Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Pandemie: WHO ruft höchste Alarmstufe für Schweinegrippe aus

Fast 28.000 Menschen haben sich bisher mit dem H1N1-Virus angesteckt. Nun hat die Weltgesundheitsorganisation WHO nach Angaben der schwedischen Regierung die höchste Warnstufe ausgerufen. Damit gilt die Schweinegrippe offiziell als weltweite Seuche. Die meisten Erkrankungen verlaufen aber mild.

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Donnerstag die Warnstufe auf 6 angehoben. Ab sofort gilt die Schweinegrippe damit offiziell als Pandemie, erklärte die Organisation am Donnerstag.

Schüler in Thailand mit Schutzmasken: Ab sofort gilt Pandemiestufe sechs Zur Großansicht
AFP

Schüler in Thailand mit Schutzmasken: Ab sofort gilt Pandemiestufe sechs

Stufe 6 - die Pandemiephase - wird ausgerufen, wenn es zu anhaltenden Mensch-zu-Mensch-Übertragungen des Erregers kommt und diese in mindestens zwei WHO-Regionen unabhängig voneinander auftreten. Die Anhebung auf Stufe 6 bedeutet nicht, dass das Virus gefährlicher geworden ist und mehr Todesfälle auftreten. Die meisten Erkrankungen der Schweinegrippe verlaufen nach WHO-Angaben mild und sind nicht tödlich.

Laut WHO-Angaben vom Mittwoch haben 74 Länder insgesamt 27.737 Fälle von Schweinegrippe gemeldet. Mehr als die Hälfte davon traten alleine in den USA auf. 141 Menschen sind weltweit an der Krankheit gestorben, davon 106 in Mexiko und 27 in den USA.

Hintergrund der Erhöhung der Pandemie-Warnstufe sind Hunderte Fälle von Schweinegrippe in mehreren Ländern, darunter Australien, Japan, England und Spanien.

Auch in Deutschland kam es zu neuen Infektionen: In einer japanischen Schule in Düsseldorf steckten sich 34 Schüler an. Auch in Köln und München traten neue Fälle von Schweinegrippe auf. Bundesweit gibt es damit mehr als hundert bestätigte Fälle.

Das Schweinegrippe-Virus
Der Erreger
Es handelt sich um ein Influenza-A-Virus mit der Bezeichnung H1N1, das sich von Mensch zu Mensch übertragen kann - vor allem durch Händeschütteln, Niesen und Husten. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat.
Die Symptome
Die Schweinegrippe bewirkt ähnliche Symptome wie eine normale Grippe: plötzliches Fieber, Muskelschmerzen, trockener Husten und ein trockener Hals. Allerdings sind der einhergehende Durchfall und die Übelkeit stärker ausgeprägt.
Die Gefahr
Neue Virenstämme können sich rasch ausbreiten, weil es keine natürliche Immunität gibt und es Monate dauert, bis ein aktueller Impfstoff entwickelt und produziert ist. Der neue Stamm des Schweinegrippe-Virus unterscheidet sich vom älteren H1N1-Virus, gegen das die aktuellen Grippeimpfstoffe schützen. Die gewöhnliche Grippe tötet jedes Jahr 250.000 bis 500.000 Menschen, vor allem ältere Menschen. Die meisten sterben an Lungenentzündung. Auch gesunde Menschen können tödlich erkranken.
Antivirale Mittel
Nach derzeitigem Wissensstand bieten die Wirkstoffe Oseltamivir (Handelsname Tamiflu) und Zanamivir (Handelsname Relenza) Schutz gegen das Schweinegrippen-Virus. Diese Wirkstoffe behindern unspezifisch die Vermehrung von Influenza-A- und Influenza-B-Viren im Körper.
Wandlungsfähigkeit von Grippeviren
Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Die Entwicklung gänzlich neuer Typen ist zwar selten, aber extrem gefährlich. Meist springen dabei irgendwo in der Welt Viren von Vögeln oder Schweinen auf den Menschen über. Wenn sie in dessen Körperzellen auf andere, ältere Grippeviren treffen, kann sich die Erbinformationen vermischen und neue Erreger hervorbringen.

lub/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: