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Panne in Forschungszentrum: NRW vermisst 2285 Brennelementkugeln

Wo sind mehr als 2000 radioaktive Brennelementkugeln geblieben? Diese Frage beschäftigt nach SPIEGEL-Informationen die Regierung in Nordrhein-Westfalen. Die strahlenden Abfälle stammen aus einer Forschungseinrichtung bei Aachen - und könnten im Bergwerk Asse gelandet sein.

Castor-Behälter im Forschungszentrum Jülich: "Ein erschreckendes Beispiel" Zur Großansicht
DPA

Castor-Behälter im Forschungszentrum Jülich: "Ein erschreckendes Beispiel"

Hamburg - Im Atomforschungszentrum Jülich bei Aachen hat es Pannen bei der Lagerung radioaktiver Materialien gegeben. Dadurch sind der nordrhein-westfälische Landesregierung nach SPIEGEL-Informationen 2285 Brennelementkugeln abhanden gekommen. Das geht aus den Antworten auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) geht davon aus, dass Brennelementkugeln "allem Anschein nach" im niedersächsischen Forschungsbergwerk Asse gelandet seien. Genau lasse sich das heute nicht mehr herausfinden, weil die in der Asse "eingelagerten Mengen nicht bekannt sind". Besonders brisant dabei: In dem Salzbergwerk durften nur schwach und mittelradioaktive Abfälle der Republik gelagert werden - keine Brennelemente.

"Ein erschreckendes Beispiel, wie lax mit radioaktiven Stoffen hier umgegangen wurde", sagte Hans Christian Markert, Atom-Experte der Grünen. Er hat ausgerechnet, dass in den verschwundenen Kugeln etwa 2,2 Kilogramm Uran 235 und 23 Kilogramm Thorium 232 stecken. Allein das wäre Stoff genug für mehrere schmutzige Bomben. Doch das Risiko ist möglicherweise noch größer. Falls die Brennelemente benutzt worden sind, käme noch hochgefährliches Plutonium dazu.

jok

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insgesamt 107 Beiträge
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1. Atommüll-Pfusch
FreeClimberX 02.04.2011
Sorry, aber dafür kann man einfach mal überhaupt kein Verständnis haben. Wie kann man nur so fahrlässig mit solch gefährlichen Stoffen umgehen. Wird dafür mal endlich jemand zur Rechenschaft gezogen oder ist es mit einem "Tut uns leid, unser fehler" oder einem japanischen "Wir bedauern zutiefst die Lage" getan? Vielleicht wurd der Krempel ja auch noch illegal entsorgt. Es wurde ja auch schon Atommüll im Mittelmeer versenkt. Wundern kann man sich über gar nichts mehr. Wenn man nicht anfängt solche Leute drastisch zu bestrafen wird sich auch nichts an der Skrupellosigkeit dieser "Menschen" ändern (siehe Japan).
2. no title
Toe Jam 02.04.2011
Zitat von sysopWo sind mehr als 2000 radioaktive Brennelementkugeln geblieben? Diese Frage beschäftigt*nach SPIEGEL-Informationen die Regierung*in Nordrhein-Westfalen. Die strahlenden Abfälle stammen aus einer Forschungseinrichtung bei Aachen - und könnten im Bergwerk Asse gelandet sein. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,754719,00.html
Interessant wäre m.E. mal gewesen zu erfahren, WANN die Kügelchen denn so verschwunden sind.
3. Vielleicht ....
ThomasGB, 02.04.2011
... haben sie sich ja auch einfach in Luft aufgelöst. Wenn der Trick öfter funktioniert, dann ist das Endlagerungsproblem -unverhofft kommt oft- ja gelöst ;)
4. Irgendwie ticken die nicht richtig
greentiger 02.04.2011
Ich lese es, allein mir fehlt der Glaube. Seit Jahren wird potentieller Terrorismus als grösste Gefahr für Deutschland dargestellt. Wir brauchen keine Terroristen. Das schaffen wir auch ohne fremden Einfluss.
5. Das kann doch nicht sein,
WolArn 02.04.2011
...daß die nicht mehr wissen, was und wieviel da gelagert wird!?
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