Pannen-AKW Tricastin Erneut strahlendes Material ausgetreten

Die Pannenserie in der zweitgrößten Atomanlage Frankreichs reißt nicht ab: Auf dem Gelände des Kernkraftwerks Tricastin ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Diesmal trat bei der Entsorgung von Atommüll radioaktives Material aus. Es ist bereits die dritte Störung binnen kurzer Zeit.


Paris - In der südfranzösischen Atomanlage Tricastin hat es einen weiteren Zwischenfall gegeben. Wie die französische Atomaufsichtsbehörde ASN am Mittwoch mitteilte, trat bei der Entsorgung von nuklearem Müll das radioaktive Isotop Kohlenstoff-14 aus.

AKW Tricastin: Drei Pannen binnen weniger Wochen
AFP

AKW Tricastin: Drei Pannen binnen weniger Wochen

Die Betreiberfirma Socatri, eine Tochterfirma des französischen Atomkonzerns Areva, stellte den Angaben zufolge bereits Anfang Juli ein Grenzwertüberschreitung fest. Die Behörde wurde den Angaben zufolge am Montag informiert. Sie stufte den Vorfall auf der Gefahrenskala von 0 bis 8 bei 1 ein. Eine Gefahr für die Umwelt und die Bevölkerung habe ersten Einschätzungen zufolge nicht bestanden.

Der Vorfall ist bereits die dritte Störung in der zweitgrößten Atomanlage Frankreichs. Ende Juli wurden bei der Inspektion in Tricastin etwa 100 Menschen leicht kontaminiert. Aus einem Schlauch der Atomanlage entwichen radioaktive Elemente. Anfang Juli waren aus einem undichten Überlaufbecken etwa 18 Kubikmeter mit Uran belasteter Flüssigkeit ausgelaufen und in zwei Flüsse gelangt. Damals wurde der Unfall den Behörden erst einen Tag später gemeldet. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Behörden jedoch nicht.

Tricastin im Südosten von Frankreich ist nach Angaben der Betreiber die größte Atomanlage der Welt. Der Komplex an der Rhône ist seit Mitte der siebziger Jahre in Betrieb. Er erstreckt sich über 600 Hektar und lieferte im vergangenen Jahr 27,07 Terawattstunden Strom. Die vier Druckwasserreaktoren der Anlage verfügen über eine Leistung von 900 Megawatt.

amz/AFP



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