Reaktionen auf Tod von Stephan Hawking "Ein großes schwarzes Loch in meinem Herzen"

Theresa May trauert. Ebenso die Macher der "The Big Bang Theory" und Sängerin Katy Perry. Und natürlich erinnert sich die Wissenschaft an einen ihrer größten Forscher. Stimmen zum Tode von Stephen Hawking.

Hawking 2007
AFP

Hawking 2007


Stephan Hawking ist am Mittwoch im Alter von 76 Jahren gestorben. Er war der bekannteste Physiker seiner Zeit, auch weil er Bücher schrieb und in Filmen und Serien mitwirkte. Entsprechend vielfältig sind die Reaktionen auf seinen Tod. Weltweit äußerten Prominente und Wissenschaftler ihre Trauer.

"Professor Stephen Hawking war ein brillanter und außergewöhnlicher Geist - einer der großen Wissenschaftler seiner Generation", twitterte die britische Premierministerin Theresa May: "Sein Mut, sein Humor und seine Entschlossenheit, das Meiste aus dem Leben herauszuholen, waren eine Inspiration. Sein Werk wird nicht vergessen."

Die Nasa twitterte Bilder und eine Tonaufnahme Hawkings. Darin erzählt er Astronauten auf der ISS von seinem Parabelflug, den er 2017 unternommen hatte. Acht Mal konnte er dabei während der Sturzflugphase die Schwerelosigkeit erleben. "Seine Theorien schlossen ein Universum an Möglichkeiten auf, die wir und die Welt erkunden. Mögest du wie Superman in Mikrogravitation fliegen, wie du es den Astronauten auf der Internationalen Raumstation 2014 geschildert hast", schreibt die Nasa dazu.

"In ein Paralleluniversum entflohen"

Zahlreiche Reaktionen spielen auch auf Hawkings Forschungsschwerpunkte an, die Erforschung Schwarzer Löcher und der unendlichen Ausbreitung des Universums.

"Stephen Hawking ist nicht gestorben, sondern nur in ein Paralleluniversum entflohen", kommentierte etwa Peter Altmaier, Wirtschaftsminister in der neuen Großen Koalition. Der Wissenschaftler habe über Jahrzehnte Millionen Menschen "unterhalten und inspiriert." Sängerin Katy Perry twitterte, sie verspüre "ein großes schwarzes Loch" in ihrem Herzen.

Einer der "Simpsons"-Produzenten, Matt Selman, bezeichnete Hawking als den "intelligentesten Stargast in der kurzen Geschichte der Simpsons" und spielt damit auf Hawkings Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" an. Als Cartoon-Figur hatte Hawking seit Ende der Neunzigerjahre mehrere Gastauftritte in der Kult-Comicserie.

Auch die Macher der Serie "The Big Bang Theory" bedankten sich bei Hawking. "Es war eine Ehre, ihn bei The Big Bang Theory zu haben. Danke dafür, uns und die Welt inspiriert zu haben", schrieben sie auf Facebook.

Auch zahlreiche renommierte Wissenschaftler äußerten sich zum Tode Hawkings. "Wir haben einen großen Geist und eine wundervolle Seele verloren. Ruhe in Frieden, Stephen Hawking", kommentierte Tim Berners-Lee, Physiker, Informatiker und der Begründer des World Wide Web. Cern-Direktor Fabiola Gianotti sagte in Bezug auf Hawking: "Er war ein großartiges Beispiel, wie man Krankheiten mit Mut begegnet. Er war ein Kämpfer."

Stephen Toope, Vizekanzler der University of Cambridge, an der Hawking lange gelehrt hat, schrieb: "Professor Hawking war ein einzigartiges Individuum, an den man sich mit Wärme und Zuneigung erinnern wird - nicht nur in Cambridge, sondern überall auf der Welt. Seine außergewöhnlichen wissenschaftlichen Beiträge und die Popularisierung der Wissenschaft und Mathematik werden dauerhaft Spuren hinterlassen. Sein Charakter war eine Inspiration für Millionen. Er wird sehr vermisst werden."

Der britische ESA-Astronaut Timothy Peake twitterte: "Er inspirierte Generationen, hinter unseren eigenen Blauen Planeten zu schauen und unser Verständnis vom Universum zu erweitern. Seine Persönlichkeit und sein Genie werden schmerzlich vermisst werden. Meine Gedanken sind bei seiner Familie."

"Was für ein Triumph sein Leben war"

Lord Martin Rees, emeritierter Professor für Kosmologie und Astrophysik an der University of Cambridge, erinnerte sich an seine erste Begegnung mit Hawking. "Kurz nachdem ich mich 1964 für mein Aufbaustudium an der Cambridge University eingeschrieben hatte, traf ich einen Kommilitonen, der zwei Jahrgänge über mir studierte. Er stand unsicher auf seinen Füßen und hatte große Probleme beim Sprechen. Das war Stephen Hawking."

"Im Nachhinein hat Hawking alles, was nach der Diagnose kam, als großen Bonus angesehen", so Rees. "Und was für ein Triumph sein Leben war. Sein Name wird für immer in die Annalen der Wissenschaft eingehen. Hawking hat Millionen Menschen inspiriert mit seinen Leistungen entgegen aller Wahrscheinlichkeiten - und ein Manifest an großartiger Willenskraft und Entschlossenheit geschaffen."

jme/AFP/Reuters/dpa



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