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Müllvermeidung: EU begrenzt Verbrauch von Plastiktüten

Plastikabfall: EU will Regeln gegen Plastiktüten einführen Fotos
DPA

Sie werden gekauft, meist einmal benutzt und dann weggeworfen: Plastiktüten sind ein großes Umweltproblem. Die EU hat nun Begrenzungen beschlossen, auch in Deutschland könnten mehr Plastikbeutel kostenpflichtig werden.

Zum Schutz der Umwelt sollen Verbraucher beim Einkaufen bald weniger Plastiktüten benutzen. Um Müll zu vermeiden, wird der Gebrauch der Kunststoffbeutel in der Europäischen Union deutlich beschränkt. Dies hat das EU-Parlament in Straßburg am Dienstag endgültig beschlossen, die Staaten hatten bereits zugestimmt.

"Milliarden Plastiktüten landen direkt als unbehandelter Müll in der Natur", teilte die dänische Abgeordnete Margrete Auken (Grüne) mit, die die Gesetzgebung im Parlament betreut hatte. Künftig sollen sich die EU-Staaten nationale Ziele zur Verminderung setzen. Demnach sollen bis Ende 2019 EU-weit nur noch halb so viele leichte Plastiktüten verwendet werden wie 2010.

Fast 200 Tüten pro Jahr

Damals nutzte jeder EU-Bürger laut einer Statistik des Europaparlaments im Durchschnitt etwa 200 Tüten, davon knapp 180 Einwegtüten, in Deutschland waren es im Mittel 71 Tüten, davon 64 Einwegtaschen. Die Iren sind am Sparsamsten: Sie benötigen im Schnitt nur 20 Stück, darunter 18 Einwegtüten. Die größten Verschwender sind Polen und Portugiesen, die insgesamt fast 500 Tüten pro Kopf und Jahr verbrauchen.

Bis zum Jahr 2025 soll der Wert in Deutschland auf höchstens 40 Tüten pro Jahr sinken. Zwingend sind die Ziele allerdings nicht. Alternativ könnten die Staaten beschließen, dass Verbraucher für leichte Plastiktüten bezahlen, oder sie überlegen sich ähnlich wirksame Anreize.

Ausnahme bei dünnwandigen Tüten

In dem Verbot geht es um die ganz normale Plastiktüte, die der Verbraucher an der Kasse erhält, sei es im Supermarkt, in der Modeboutique oder im Kaufhaus. Zum Teil kosten Plastiktüten zwar heute schon geringe Centbeträge, vielerorts werden sie aber noch gratis abgegeben.

Ausgenommen sind dünnwandige Tüten, in die etwa Frischfleisch, Wurst, Fisch oder auch Obst verpackt werden. Diese Ausnahme wird vor allem damit begründet, dass ein Verbot noch schädlichere Verpackungen wie Schalen aus Schaumstoff fördern könnte. Auch extrastarke Kunststofftaschen fallen nicht unter die Regelung.

Für die Umwelt sind die Tüten in jedem Fall ein schweres Erbe. Plastiktaschen können nach Ansicht von Experten bis zu 450 Jahre fortbestehen. Kunststoff bildet nicht nur gigantische Müllteppiche auf dem Meer, sondern löst sich häufig auch in mikroskopisch kleine Teilchen auf, die dann Pflanzen und Tiere gefährden.

nik/dpa/afp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 154 Beiträge
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1. Das wurde Zeit!
opa klaus 28.04.2015
Endlich!!!! Jede Tüte muss einen Euro kosten, dann wird sie hoffentlich mehrfach benutzt. Ich benutze übrigens Stoffbeutel.
2. Plastiktüten...
j.w.pepper 28.04.2015
...sind in Deutschland echt ein Scheinproblem, jedenfalls wenn man die Situation hier mit der in so manchen anderen Mitgliedsländern speziell im mediterranen Bereich vergleicht. Erstens kosten halbwegs benutzbare Plastiktüten bereits seit 30 Jahren etwas, zweitens werden sie zumeist mindestens noch als Müllbeutel eingesetzt - und sparen damit am anderen Ende einen sonst extra zu kaufenden Müllbeutel. Und mit dem Müll landen sie dann fast immer in der Müllverbrennung. Es liegen deshalb draußen kaum Plastiktüten in der Landschaft herum (anders als seit geraumer Zeit z.B. Verpackungen aus gewissen Schnellrestaurants/Takeaways), und die Menge, die von hier aus im Meer landet, ist wahrscheinlich statistisch nicht erfassbar. Was D angeht, viel Lärm um nichts, höchstens gepusht durch die selbsternannten Umweltwächterorganisationen zur Eigenrechtfertigung.
3. und meine Mülleiùertüten muss ich dann wohl zahlen...
TontonTombi 28.04.2015
Da ist doch nur Geschäft dahinter ! Ich habe meine Einkaufstüten immer als Mülltüten wiederverwendet (wie wohl Millionen anderer Verbraucher auch). Dann werde ich wohl darauf verzichten müssen, und spezielle "Mülltüten" kaufen müssen. Bekam der grüne Verfechter von deren Herstellern etwa ein Trinkgeld zugeschoben ?, frage ich mich da. Könnte schon sei, hauptsache der Rubel rollt, ist ja schon länger das Hauptbeschäftigungsprogramm einiger Politiker-Kollegen geworden.
4. Vor der dem Zeitalter der Plastiktüte...
ludwig49 28.04.2015
...haben die Leute auch eingekauft und es muß funktioniert haben. Weshalb also jetzt nicht?
5. Das ist jetzt das erste mal,
Badischer Revoluzzer 28.04.2015
daß ich lesen darf, daß von der EU auch mal etwas Gutes kommt.
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