Pompeji Archäologen legen Pferd unter Vulkanasche frei

In der antiken Stadt Pompeji haben Archäologen die sterblichen Überreste eines Pferdes ausgegraben. Es gehörte wahrscheinlich einem hochrangigen Militäroffizier.

CESARE ABBATE/ EPA-EFE/ REX

Archäologen haben nahe der antiken Stadt Pompeji bei Neapel die Überreste eines Pferdes ausgegraben. Das Tier habe wertvolles militärisches Zaumzeug getragen, erklärte der Direktor der Ausgrabungsstätte, Massimo Osanna, auf Instagram.

Laut der Nachrichtenagentur Ansa gehörte das Pferd wahrscheinlich einem hochrangigen Militäroffizier, vielleicht einem General. Dieser habe wohl zur Römerzeit vor gut 1900 Jahren in dem Landgut vor den Mauern von Pompeji gelebt, in dem die Pferde entdeckt wurden. Von der Terrasse des Anwesens aus habe man Blick auf die Bucht von Neapel und die Insel Capri.

Es sei das dritte Pferd, das in dem Stall des Anwesens entdeckt wurde, erklärte die Ausgrabungsstätte. Im Mai war es Archäologen dort gelungen, mit einem plastischen Gipsabdruck den kompletten Körper eines Pferdes nachzuformen. Dafür wurde der Hohlraum, den das Tier in dem erhärteten Gestein hinterlassen hat, mit Gips ausgefüllt. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Asche und heiße Dämpfe wahrscheinliche Todesursache

Osanna geht davon aus, dass die Pferde in dem Stall durch heiße Asche oder Dämpfe starben. Pompeji wurde bei einem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus unter Asche begraben und dabei weitgehend konserviert. Die Ausgrabungsstätte zieht inzwischen Jahr für Jahr Millionen von Touristen an.

Fotostrecke

6  Bilder
Pferd in Pompeji: Unter Asche begraben

In den vergangenen Monaten hat es in Pompeji mehrere spektakuläre Funde gegeben. Im April 2018 entdeckten Forscher beispielsweise das Skelett eines sieben bis acht Jahre alten Kindes, das sich offenbar in einer Therme vor dem Vulkanausbruch versteckt hatte. Im Mai 2018 fanden Archäologen das Skelett eines Mannes, der wohl im Aschehagel von einem Steinblock erschlagen worden war.

Auch mehrere Kunstwerke wurden freigelegt. Eine im November 2018 entdeckte Wandmalerei zeigt beispielsweise eine Sexszene mit Zeus als Schwan. Im Oktober haben Archäologen in Pompeji auf einer Malerei eine Datumsangabe gefunden, die darauf hindeutet, dass die antike Stadt einige Monate später untergegangen sein könnte, als bislang vermutet - im Oktober statt im August. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

jme/AP/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.