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Probenentnahme in Cheops-Pyramide: Ägypter starten Fahndung

Fotostrecke: Deutsche Hobbyforscher auf Tour in Ägypten Fotos
Dominique Görlitz

Eine waghalsige Aktion zweier deutscher Hobby-Archäologen in Ägypten hat ein juristisches Nachspiel. Weil die beiden in einem sonst unzugänglichen Teil der Cheops-Pyramide Materialproben entnommen hatten, sind ein halbes Dutzend Menschen im Visier der Behörden.

Kairo - Es sei alles sehr schnell gegangen. So hatte es Stefan Erdmann, Autor umstrittener Bücher über den "Mythos Ägypten", im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE beschrieben. In der Königskammer der Cheops-Pyramide hatte er zusammen mit Dominique Görlitz, einem Experimental-Forscher, feine Spuren von der Deckenbemalung abgekratzt. In einer darüber liegenden Entlastungskammer waren es feine Spuren von der Wandbemalung. Die Proben brachten die beiden zur wissenschaftlichen Untersuchung nach Deutschland.

"Ich habe nicht nachgedacht, es war eine spontane Entscheidung", so Erdmann damals. "Wir haben die Königskartusche natürlich nicht berührt, die ist auch für uns heilig." Im Ministerium für Altertümer in Kairo war man dennoch erbost: Die Cheops-Pyramide sei doch kein Steinbruch, in dem sich jeder Hobbyforscher nach Lust und Laune einfach ein paar Brösel mitnehmen könne. Nun scheint es, als würden die ägyptischen Behörden die Angelegenheit tatsächlich juristisch aufarbeiten wollen. Das Vorgehen der beiden Deutschen verstößt offenbar gegen ägyptische Gesetze.

"Das geht überhaupt nicht"

Nach einem Bericht des Internet-Portals Ahram hat die ägyptische Staatsanwaltschaft sechs Personen zur Verhaftung ausgeschrieben. Unter ihnen seien ein örtlicher Reiseveranstalter, Archäologen sowie Aufseher und Wächter der ägyptischen Altertümerverwaltung, berichtete das Portal am Dienstag. Aus der Meldung ging nicht hervor, ob auch Görlitz und Erdmann zur Fahndung ausgeschrieben wurden.

"Proben nehmen und diese dann aus dem Land bringen, das geht überhaupt nicht", hatte Martina Ullmann, Privatdozentin am Institut für Ägyptologie an der LMU in München, die Aktion von Görlitz und Erdmann im vergangenen Jahr kommentiert. Die Probenentnahme hätte bestenfalls nach einer Genehmigung durch die ägyptischen Behörden und unter Aufsicht erfolgen dürfen. Außerdem hätte das Material nur außer Landes gebracht werden dürfen, wenn bestimmte Untersuchungen in Ägypten nicht möglich gewesen wären.

Die Pyramide des Cheops (ca. 2620 bis 2580 v. Chr.) ist die größte der Pyramiden auf dem Plateau von Giseh bei Kairo. Die Baudenkmäler der pharaonischen Zeit zählen zu den Sieben Weltwundern.

chs/dpa

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insgesamt 64 Beiträge
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1. Proben aus dem Schloss Linderhof
rolandjulius 12.02.2014
Das Märchenschloss von König Ludwig den Zweiten ist doch bestimmt sehr gut erhalten. Wie wär es denn wenn jeder Tourist sich ein Klein Wenig abkratzen würde? Das war doch sicher ein starkes Stück unserer Landsleute. Sie sollten sich stellen, und ihre Schuld bekennen, um auf diese Weise die Betroffenen zu entlasten.
2. Bemalung?
rdiess 12.02.2014
Bei Cheops in der Pyramide gibt es keine Bemalung, allenfalls Graffiti auf einzelnen Felsblöcken als "Lieferschein-Ersatz".
3. Ehrenmänner oder Feiglinge?
kabian 12.02.2014
Jetzt müssen andere den kopf für diese zwei hinhalten. Wenn die Zwei "Hobby Wissenschaftler" Anstand haben fahren sie nach Agypten, entlasten die Unschuldigen, und sitzen ihre Strafe ab. Aber ich kann schon denken das ihnen dieser Gedanke nicht in den Sinn kommt.
4. In der Original-Pyramide,
karnevil 12.02.2014
einschließlich der "Königskammer", gibt es keine Zeichen, Schriftzüge, Malereien - einfach nichts. Colonel Vyse hat vor ca. Hundert Jahren über der Königskammer ein paar Schriftzeichen anbringen lassen. Leider in einer ägyptischen Sprache, die um einiges neuer ist als der traditionelle Bauzeitpunkt. Vielleicht wollten die beiden Herren herausfinden, ob es zum Zeitpunkt des Pyramidenbaus diese Farben schon gab. Wenn es sie schon um 2650 BC gegeben hätte, auch egal, da die Pyramiden wesentlich älter sind.
5.
Rezet 12.02.2014
Zitat von rdiessBei Cheops in der Pyramide gibt es keine Bemalung, allenfalls Graffiti auf einzelnen Felsblöcken als "Lieferschein-Ersatz".
Und ganau an diesen geringen Farbspuren haben die Deppen noch herumgekratzt. Publicity für ihre Dänikenstyle-Bücher gabs dann Gratis dazu. Hoffe das auch unsere Behörden gegen die Typen ermitteln, immerhin haben die Weltkulturerbe beschädigt.
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