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Psychologie: Erstes Kind belastet das Eheglück

Endlich ein Baby: Viele Paare glauben, dass ein gemeinsames Kind die Liebe krönen wird. Nun zeigt eine Studie, dass neun von zehn Ehen unter dem Nachwuchs leiden. Kein Grund auf Kinder zu verzichten, meinen die Psychologen, aus Eheglück könne auf Dauer Familienglück werden.

Frankfurt am Main - Der Bauch wächst, und damit steigen Spannung und Freude auf den Nachwuchs. Doch kaum ein Paar ist darauf vorbereitet, wie stark sich der gemeinsame Alltag durch das erste Kind verändert - wie soll man es auch vorher wissen? Im Gegensatz zu der Erwartung, ein Kind vervollständige die Liebe, zeigt eine Untersuchung von US-Psychologen jetzt: Die Geburt des ersten Kindes beeinträchtigt die Qualität einer Partnerschaft.

Endlich ein Baby: Nachwuchs kann die Partnerschaft belasten
obs/Unipath Diagnostics GmbH

Endlich ein Baby: Nachwuchs kann die Partnerschaft belasten

Das Team um Scott Stanley von der University of Denver (US-Bundesstaat Colorado) hatte 218 verheiratete Paare im Rahmen einer Langzeitstudie zu ihrer Beziehung vor und nach der Geburt des ersten Kindes befragt. 90 Prozent der Eltern berichteten, die Partnerschaft habe nach der Ankunft des ersten Sprösslings gelitten, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Journal of Personality and Social Psychology". Väter und Mütter teilten diesen Eindruck in ähnlichem Maße. Die einmal eingetretene Verschlechterung war demnach nicht nur temporär - sie hielt in den meisten Fällen während der gesamten Dauer der Studie an.

"Auch bei kinderlosen Paaren lässt die Qualität der Ehe mit der Zeit nach", sagt Stanley. "Aber ein Baby beschleunigt diese Verschlechterung, insbesondere in der Umstellungsphase kurz nach der Geburt des Kindes."

Der Psychologe warnt jedoch vor der Schlussfolgerung, Nachwuchs trübe grundsätzlich die Lebensfreude. "Auch wenn mancher Glanz des Eheglücks während dieser Lebensphase für eine Weile verschwindet, kann eine Familie eine neue Dimension der Freude und Zufriedenheit erschließen." Dieses Glück könne kraftvoll sein, sei aber nicht Gegenstand der Untersuchung gewesen, so Stanley.

Die negativen Veränderungen betrafen jedoch nicht alle Paare gleichermaßen. Mitunter stärkte der Nachwuchs auch die Qualität der Ehe. Dies galt vor allem für jene Partner, die vorher schon länger verheiratet waren oder die ein höheres Einkommen hatten.

hei/AP

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