Qualmfreie Zone China sagt Rauchern den Kampf an

China hat das Rauchen in öffentlichen Räumen verboten: In Restaurants, Bars und Krankenhäusern darf ab sofort nicht mehr gequalmt werden. Die Volksrepublik will sich so den Gesundheitsvorschriften in Industrieländern annähern. Doch die Umsetzung dürfte schwierig werden.

Rauchverbot in einem Restaurant in Peking: Flächendeckende Kontrolle schwierig
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Rauchverbot in einem Restaurant in Peking: Flächendeckende Kontrolle schwierig


Peking - Seit dem 1. Mai gilt auch in China ein Rauchverbot. Es ist allerdings unklar, inwieweit sich die neue Regelung überhaupt durchsetzt, da etwa 300 Millionen von insgesamt 1,3 Milliarden Chinesen rauchen und Zigaretten sowie Tabak sehr billig sind. Für eine flächendeckende Kontrolle bräuchten die Behörden viel Personal. Berichten zufolge soll zudem das Rauchen in Büros erlaubt bleiben.

Der Tabakkonsum ist in China weit verbreitet: Unter Männern ist es zum Beispiel gängig, sich zur Begrüßung eine Zigarette anzubieten. Ebenso üblich ist es, sich in Fahrstühlen, in Warteräumen von Krankenhäusern oder in Bussen einen Glimmstängel anzuzünden. Jedes Jahr sterben mehr als eine Million Menschen in China an den Folgen des Rauchens. Experten befürchten, dass sich diese Zahl bis 2030 verdreifacht.

Die Volksrepublik ist der weltgrößte Produzent und Verbraucher von Tabakwaren. Die chinesische Regierung hatte vor fünf Jahren die Rahmenkonvention zur Bekämpfung des Tabakkonsums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterzeichnet und war damit zur Einführung des Rauchverbots bis zum Jahresbeginn 2011 verpflichtet.

Berichten zufolge verzögerte sich die Umsetzung des Vorhabens aber durch eine fehlende Gesetzgebung auf nationaler Ebene, bürokratische Hürden und nicht zuletzt durch die in China weit verbreitete Nikotinsucht.

rom/AFP

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