Gift-Konvention: 140 Staaten einigen sich auf Reduzierung von Quecksilber

Vier Jahre dauerten die Verhandlungen - nun haben 140 Staaten endlich einen Kompromiss gefunden: Sie wollen den Quecksilberausstoß weltweit und damit die Belastung von Mensch und Umwelt reduzieren. Das hochgiftige Metall wird unter anderem von Kohlekraftwerken freigesetzt.

Kohlekraftwerk in Xining (China): Giftausstoß soll weltweit gesenkt werden Zur Großansicht
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Kohlekraftwerk in Xining (China): Giftausstoß soll weltweit gesenkt werden

Genf - Nach fast vierjährigen Verhandlungen zur Reduktion von giftigem Quecksilber haben sich rund 140 Staaten in Genf über eine international verbindliche Konvention geeinigt. Dank dieses Abkommens werde es in Zukunft möglich sein, die für Mensch und Umwelt hochgiftigen Quecksilberemissionen weltweit zu senken, erklärte das Außenministerium der Schweiz am Samstag.

Die Konvention wird nun im Oktober in der japanischen Stadt Minamata zur Unterzeichnung durch die beteiligten Staaten ausgelegt. Dort hatten in den 1950er Jahren Tausende von Menschen aufgrund von Quecksilbervergiftungen durch Abwässer eines Chemiewerks schwere Schäden am zentralen Nervensystem erlitten.

Die neue Konvention solle insbesondere die Produktion von Quecksilber und seine Verwendung bei der Herstellung von Produkten und in industriellen Prozessen einschränken, teilte das Ministerium mit. Darüber hinaus regele sie die Lagerung und Behandlung von quecksilberhaltigen Abfällen.

Das giftige Quecksilber ist einer umfangreichen Studie des Uno-Umweltprogramms (Unep) zufolge in den vergangenen Jahren vor allem in Entwicklungsländern zu einer immer größeren Gefahr für Millionen von Menschen geworden. Quecksilber wird in der Produktion von Thermometern, Schaltern und Energiesparlampen, aber auch in Zahnfüllungen und Gesichtscremes verwendet. Hohe Emissionen des flüssigen Schwermetalls entstehen zudem bei der Goldgewinnung sowie der Kohleverbrennung zur Stromerzeugung.

In der Vergangenheit hatte ein ähnliches Abkommen bereits zu einem großen Erfolg geführt: das Montreal-Protokoll. Mit dem Vertrag von 1987 verpflichteten sich die Staaten der Welt, gegen den Abbau der Ozonschicht vorzugehen. Binnen kurzer Zeit verschwanden gefährliche Substanzen wie Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) vom Markt. Und mittlerweile ist erwiesen, dass sich die Ozonschicht, der lebenswichtige Schutzschild gegen die gefährliche UV-Strahlung der Sonne, tatsächlich erholt.

hda/dpa

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