Radioaktiv belastete Rinder Fleisch aus Fukushima gelangte in den Handel

In Japans Supermärkten lag deutlich mehr radioaktiv kontaminiertes Fleisch im Regal als bisher angenommen. Mehr als 400 Rinder aus der Präfektur Fukushima sollen in andere Regionen des Landes geliefert worden sein.

Rindfleisch in japanischem Supermarkt: Angst vor radioaktiver Kontamination
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Rindfleisch in japanischem Supermarkt: Angst vor radioaktiver Kontamination


Tokio - In Japan nimmt die Angst vor radioaktiv kontaminiertem Rindfleisch nach weiteren Funden zu. Landwirte aus der Präfektur Fukushima, wo sich im März im Kernkraftwerk Fukushima I die schwere Atomkatastrophe ereignet hatte, hätten mehr als 400 Rinder in andere Regionen des Landes geliefert, teilten die örtlichen Behörden am Montag mit. Die Lieferungen erfolgten demnach in der Zeit vom 28. März bis zum 6. Juli.

In Fukushima entdeckten Kontrolleure zudem Stroh, bei dem die Belastung mit radioaktivem Cäsium über dem 520-Fachen des von der japanischen Regierung festgelegten Grenzwerts lag.

Der Skandal war vor einer Woche publik geworden, als bekannt wurde, dass Fleisch von radioaktiv kontaminierten Rindern von einem Hof, der nur 20 Kilometer von dem havarierten AKW entfernt liegt, über das Land verteilt ausgeliefert worden war.

Regierung will Verbot für Rindfleisch aus Fukushima verhängen

Am Sonntag hatten japanische Medien berichtet, 132 Rinder, die Stroh mit hohen Werten radioaktiven Cäsiums gefressen hätten, seien in 36 der insgesamt 47 japanischen Präfekturen gebracht worden. Betroffen sei auch Tokio. Einige Supermärkte in der Hauptstadt warnten mit Schildern vor radioaktivem Rindfleisch. Laut einem Bericht des japanischen Fernsehsenders NHK wurde das belastete Fleisch in 31 Präfekturen verzehrt.

Die japanische Supermarktkette Aeon räumte ein, dass zwischen Ende April und Mitte Juni knapp 320 Kilogramm radioaktives Rindfleisch in den Verkauf gekommen waren und kündigte eine Verschärfung der Überwachung an.

Die japanische Regierung will am Dienstag ein Verbot für Rindfleisch aus der Präfektur Fukushima verhängen, wo das Atomkraftwerk Fukushima durch das Erdbeben und den Tsunami vom 11. März schwer beschädigt worden war. Japan hat bisher kein zentrales System zur Prüfung von Radioaktivitätswerten in Nahrungsmitteln eingeführt und verlässt sich stattdessen auf Tests örtlicher Behörden.

Von Sievert bis Becquerel: Kleines Lexikon der Strahlenmessung
Alpha-, Beta- und Gammastrahlen
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Manche Atomkerne von chemischen Elementen sind instabil und zerfallen deshalb. Sie werden als radioaktiv bezeichnet. Die Zerfallsprozesse können unterschiedlicher Natur sein. Die Strahlung, die zerfallende Elemente aussenden, wird in drei Arten unterschieden: Während Alpha- und Betastrahlung aus Partikeln bestehen, handelt es sich bei Gammastrahlung um elektromagnetische Wellen, ähnlich der Röntgenstrahlung. Allerdings ist ihre Wellenlänge viel kleiner und die Strahlen sind somit extrem energiereich. Alphastrahlung besteht aus positiv geladenen Helium-Kernen, die aus zwei Protonen und zwei Neutronen aufgebaut sind. Betastrahlen bestehen aus Elektronen. Sie entstehen, wenn sich ein Neutron in ein Proton und ein Elektron umwandelt, das vom Atomkern abgestrahlt wird.
Becquerel: Einheit der Aktivität
Eine Substanz ist dann radioaktiv, wenn sie zerfällt und dabei Strahlung aussendet. Um anzugeben, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, benutzt man den Begriff der Aktivität (A). Sie wird in Becquerel (Bq) gemessen und gibt die Strahlung an, die eine Substanz innerhalb einer bestimmten Zeit durch Zerfall erzeugt. Per Definition entspricht ein Becquerel einem Zerfall pro Sekunde. Je schneller eine Probe zerfällt, desto intensiver strahlt sie also.
Gray: Einheit der Energiedosis
Weiß man, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, sagt das noch nichts darüber aus, wie sich die Strahlung auf den Körper auswirkt. Dafür ist es wichtig zu bestimmen, wie viel Energie von einer bestimmten Masseneinheit des Körpers absorbiert wird. Angegeben wird die absorbierte Energiedosis (D) in der Einheit Gray (Gy), wobei ein Gray der Energiemenge von einem Joule pro Kilogramm entspricht.
Sievert: Einheit der Äquivalentdosis
Um die biologische Wirksamkeit der radioaktiven Strahlung auf den Körper anzugeben, benutzt man anstelle der Energiedosis den Begriff der Äquivalentdosis (H). Sie berücksichtigt die Tatsache, dass verschiedene Arten von Strahlen ganz unterschiedliche Wirkungen auf den Körper haben. So ionisiert Alphastrahlung bei weitem mehr Moleküle als etwa Betastrahlen - und richtet deshalb eine größere Zerstörung im Körper an. Daher wird jede Strahlungsart mit Hilfe einer physikalischen Größe gewichtet, dem sogenannten Strahlenwichtungsfaktor. Gemessen wird die Äquivalentdosis in Sievert (Sv). Sie ergibt sich aus der Multiplikation der Energiedosis mit dem Strahlenwichtungsfaktor. 1 Sievert (Sv) sind 1000 Millisievert (mSv). 1 Millisievert sind 1000 Mikrosievert (µSv).
Sievert pro Zeit: Einheit der Strahlenbelastung
Um die Auswirkungen von radioaktiver Strahlung auf den Körper genauer einschätzen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie lange eine bestimmte Dosis auf den Körper einwirkt. Daher wird die Strahlenbelastung meist in Sievert pro Zeiteinheit gemessen. Also etwa Millisievert pro Jahr oder Mikrosievert pro Stunde. Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung liegt in Deutschland bei 2,1 Millisievert pro Jahr, also 0,24 Mikrosievert pro Stunde. Im Schnitt kommen zwei Millisievert pro Jahr durch künstliche Quellen von Radioaktivität hinzu. Den Löwenanteil dazu steuert die Medizin bei.
Von Becquerel zu Sievert: Der Dosiskonversionsfaktor
Die Strahlenbelastung von Böden oder in Lebensmitteln etwa wird in Becquerel pro Quadratmeter oder Becquerel pro Kilogramm angegeben. Doch was bedeutet dieser Wert für die Auswirkungen auf den Körper? Um eine Beziehung zwischen Aktivität und Äquivalentdosis herstellen zu können, gibt es den sogenannten Dosiskonversionsfaktor. Er hängt unter anderem von der Art der Strahlung und der radioaktiven Substanz ab, sowie von der Art, wie die Strahlung in den Körper gelangt (Inhalieren, Aufnahme durch die Nahrung). So entspricht die Aufnahme von 80.000 Becquerel Cäsium 137 mit der Nahrung einer Strahlenbelastung von etwa einem Millisievert. Der Verzehr von 200 Gramm Pilzen mit 4000 Becquerel Cäsium 137 pro Kilogramm hat beispielsweise eine Belastung von 0,01 Millisievert zur Folge. Das lässt sich mit der Belastung durch Höhenstrahlung bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria vergleichen.
EU-Grenzwerte für Nahrungsmittel
Nach der Tschernobyl-Katastrophe hatte die EU Grenzwerte für den Import von Lebensmitteln aus jenen Ländern geregelt, die durch das Atom-Unglück kontaminiert wurden. Zusätzlich hat die EU am 26. März 2011 weitere Grenzwerte für Importe aus Japan festgelegt - die Grenzen wurden jedoch als zu lasch kritisiert. Am 8. April reagierte die EU - und passte die Grenzen an japanische Normen an. Für Cäsium 134 und Cäsium 137 gilt künftig bei Lebensmitteln ein Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm. Bei Säuglings- und Kindernahrung senkte Brüssel den Grenzwert für Cäsium von 400 auf 200, für Jod von 150 auf 100 Becquerel.

wbr/AFP/dapd

insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
si_tacuisses 18.07.2011
1. Warum sollten ausgerechnet dort
Zitat von sysopIn Japans Supermärkten lag deutlich mehr radioaktiv kontaminiertes Fleisch im Regal als bisher angenommen. Mehr als 400 Rinder aus der Präfektur Fukushima sollen in andere Regionen des Landes geliefert worden sein. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,775084,00.html
nicht die artgleichen Verbrechen wegen des Geldes geschehen, wie hier. Die Lebensmittelmafia ist überall.
Thomas Kossatz 18.07.2011
2. Titel
Zitat von si_tacuissesnicht die artgleichen Verbrechen wegen des Geldes geschehen, wie hier. Die Lebensmittelmafia ist überall.
DSie Verschwötungstheoretiker auch.
Berta, 18.07.2011
3. Selbst da
Zitat von sysopIn Japans Supermärkten lag deutlich mehr radioaktiv kontaminiertes Fleisch im Regal als bisher angenommen. Mehr als 400 Rinder aus der Präfektur Fukushima sollen in andere Regionen des Landes geliefert worden sein. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,775084,00.html
hat die Kaste keine Skrupel.
warzenmeissel 18.07.2011
4. Was
Zitat von Thomas KossatzDSie Verschwötungstheoretiker auch.
ist an dieser "Verschwörung" Theorie?
Marshmallowmann 18.07.2011
5.
Sehr gut, die Leute sollen sich nicht so anstellen! Ist ja lächerlich wie sich die Welt wieder aufführt.
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