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Rätsel gelöst: Armschwingen beim Gehen spart Energie

Wir tun es intuitiv - obwohl es widersinnig erscheint: Beim Gehen schwingen wir mit den Armen. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, warum. Das Armschwingen dämpft die Auf-und Abbewegung des Körpers und macht es den Beinmuskeln leichter.

Ist es ein Erbe unserer Vorfahren, die noch auf allen Vieren gelaufen sind? Geht es um die Balance? Oder ist es einfach Energieverschwendung? Die Wissenschaft beschäftigt sich schon seit langem mit dem Problem: Warum schwingen Menschen beim Gehen die Arme? Drei Forscher haben nun eine Antwort: Weil es Kraft spart.

Im Fachmagazin "Proceedings of de Royal Society B" berichten die niederländischen und US-amerikanischen Forscher um Steven Collins von der University of Michigan von ihrem Experiment: Sie ließen zehn Freiwillige auf verschiedene Art gehen:

  • Gehen mit Armschwingen simultan zu dem vorschreitenden Bein (Passgang)
  • Normales Gehen mit Schwingen des zum Bein entgegengesetzten Arm
  • Gehen mit Armen vor der Brust gekreuzt
  • Gehen mit den Armen fest an der Seite des Körpers.

Jogger: Armschwingen federt Auf und Ab beim Gehen ab
DPA

Jogger: Armschwingen federt Auf und Ab beim Gehen ab

Dabei wurde der Sauerstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß der Probanden gemessen. Das Ergebnis: Die Personen, die ihre Arme versetzt zur Beinbewegung schwangen, verbrauchten weniger Energie als die anderen. Zwar benötigt die Schwingbewegung auch Energie, allerdings sehr wenig. Gehen mit ruhigen Armen an der Seite des Körpers verbrauchte netto mehr Energie, fanden die Forscher heraus. Gehen mit Armschwingen simultan zu dem vorschreitenden Bein verbrauchte am meisten Energie.

Die Forscher erklären dies unter anderem damit, dass das Armschwingen die Auf-und-Ab-Bewegung beim Gehen abfedert. Dadurch würden die Beinmuskeln weniger beansprucht und benötigten weniger Energie. Bisher hatten viele Wissenschaftler angenommen, das Armschwingen sei entweder einfach Energieverschwendung, ein Mittel zum Balancehalten oder ein Überbleibsel aus der Zeit unserer Vorfahren, die noch auf allen Vieren gingen.

lub/AFP

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