Rauchen Nikotinsucht fordert jährlich über acht Millionen Opfer

Rauchen gefährdet die Gesundheit stärker als gedacht, bilanzierten Forscher auf einem Kongress in Düsseldorf. Zudem stellten sie gravierende Mängel bei der Raucherberatung fest - auch weil in den eigenen Reihen nicht genügend aufgeklärt wird.


Zigarettenmissbrauch fordere mehr Opfer als Diabetes, warnen die Mediziner
AFP

Zigarettenmissbrauch fordere mehr Opfer als Diabetes, warnen die Mediziner

Düsseldorf - Mit weltweit jährlich 8,4 Millionen Toten durch Rauchen rechnen die Experten vom Ende des kommenden Jahrzehnts an. Damit werde der Tabak-Missbrauch vor allem als Ursache von Herz- und Gefäßkrankheiten sowie Krebs zur häufigsten Todesursache, sagten Mediziner am Abschlusstag des Ärztekongresses Medica in Düsseldorf. Nach einer aktuellen Untersuchung der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO), in der 3000 Einzel-Studien ausgewertet worden seien, verursache Rauchen mehr Krebserkrankungen als bisher vermutet. Dies seien außer Lungen- auch Magen-, Leber-, Nieren-, Gebärmutterhals-, Nasen- und Stirnhöhlenkrebs.

Eindeutig zu kurz in der Mediziner-Ausbildung kämen alle Schritte zur Vorbeugung von Nikotin-Sucht, hieß es bei dem Kongress am Samstag. Eine Umfrage bei mehreren hundert niedergelassenen Ärzten habe ein Missverhältnis zwischen der Bedeutung der Raucherentwöhnung und dem Angebot in den Praxen bewiesen. Auch unter Gefäß-, Herz- und Nervenspezialisten, die viele Patienten mit Schädigungen durch Nikotin behandelten, böten nur die wenigsten Raucherberatung an. Obwohl der Tabakmissbrauch ein größeres Problem als Diabetes darstelle, sei für die Beratung von Rauchern deutlich weniger Unterstützung zu bekommen.



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