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Reißfest wie Eisen: Forscher entwickeln Super-Papier

Dünn und extrem reißfest: Wissenschaftler aus Japan und Schweden haben ein neuartiges Papier entwickelt. Das Material könnte eines Tages als Trägermaterial für Computerchips eingesetzt werden.

Washington - Seit Jahrhunderten ist Papier aus dem Alltag kaum wegzudenken. Vor allem als Informationsträger, aber auch als Behältnis und Baustoff findet es Verwendung. Der große Nachteil: Die mangelnde Reißfestigkeit. Ein neuentwickeltes Nanopapier beseitigt dieses Defizit.

Mikro-Aufnahme von Papierfasern: Extreme Reißfestigkeit durch neues Herstellungverfahren.
DDP

Mikro-Aufnahme von Papierfasern: Extreme Reißfestigkeit durch neues Herstellungverfahren.

In einer Gemeinschaftsarbeit mit Kollegen aus Japan entwickelten schwedische Forscher vom Royal Institute of Technology in Stockholm das völlig neuartige Material. Das Nanopapier besteht aus feinsten Zellulose-Fasern, die in einem speziellen Verfahren aus Zellstoff gewonnen werden und sich zu einem hochfesten Gewebe verbinden.

Im Fachmagazin "Biomacromolecules" sagten die Wissenschaftler um Marielle Henriksson völlig neue Anwendungsmöglichkeiten für das Material voraus. Die Verfasser der Studie nannten ihre Entwicklung "einen interessanten Kandidaten für künftige nanotechnologische Anwendungen". So könnten die Papierfasern beispielsweise als Trägermaterial in der Mikroelektronik dienen.

Für die Herstellung des Nanopapiers behandelten die Wissenschaftler einen aus Holz gewonnenen Zellulosebrei mit speziellen Enzymen. Unter einem Druck von bis zu 1650 Bar pressten sie die Masse durch ein extrem feines Gitter. Auf diese Weise gewannen die Forscher feinste Fasern mit einer sehr hohen Festigkeit. Daraus gossen Henriksson und ihre Kollegen feine Filme und trockneten diese unter Zugabe von Lösungsmitteln. Wegen der feinen Faserstruktur sei so ein extrem stabiles und zugleich immer noch dünnes Papier entstanden.

Messungen der Forscher ergaben eine Zugfestigkeit in der Größenordnung von Gusseisen. Die Wissenschaftler führen dies auf die Kombination der hohen Festigkeit der Fasern selbst und deren festen Zusammenhalt untereinander zurück.

dme/ddp

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