Rettungsaktion in der Antarktis Dritter Eisbrecher scheitert an Sturm und Schneefall

In der Antarktis müssen die eingeschlossenen Touristen und Wissenschaftler weiter ausharren: Auch ein australisches Versorgungsschiff konnte nicht bis zur "Akademik Shokalskiy" vordringen. Als letzter Ausweg wird nun die Rettung aus der Luft vorbereitet.


Die geplante Rettung von 74 im Eis der Antarktis eingeschlossenen Expeditionsteilnehmern ist vorerst gescheitert. Das australische Versorgungsschiff "Aurora Australis", das sich einen Weg zu dem Forschungsschiff MV "Akademik Shokalskiy" bahnen sollte, musste am Montag aufgeben, wie die australische Behörde für Seesicherheit (Amsa) mitteilte.

Der Eisbrecher kam nur bis auf etwa 18 Kilometer an das Forschungsschiff heran. In der Region blase heftiger Wind, es gebe Schneefälle, teilte die Behörde mit. Bei schlechter Sicht sei eine Weiterfahrt zu gefährlich geworden. Deshalb bewege sich die "Aurora" jetzt zunächst wieder zurück in Richtung offenes Meer. Ein neuer Rettungsversuch sei geplant, sobald sich das Wetter bessere.

Auch eine Hubschrauberrettung der Expeditionsteilnehmer sei unter den Wetterbedingungen nicht möglich. Die Menschen an Bord seien nicht in Gefahr, die Stimmung sei gut und die Vorräte reichten für Wochen, versicherte die Behörde.

Auch "Schneedrache" und "L'Astrolabe" mussten aufgeben

Das Forschungsschiff war am ersten Weihnachtstag auf dem Rückweg nach Neuseeland 2800 Kilometer südlich von Hobart plötzlich vom Eis eingeschlossen worden. An Bord sind neben Wissenschaftlern auch 26 Touristen, die mit Klimaforscher Chris Turney und Kollegen auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs sind, der die Region vor hundert Jahren erkundete.

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Bereits am Freitag war der chinesische Eisbrecher "Schneedrache" mit einem Rettungseinsatz gescheitert. Bis auf sechseinhalb nautische Meilen war der "Schneedrache" an die "Akademik Shokalskiy" herangekommen. Doch dann musste der Einsatz aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Das Eis sei zu dick, teilte eine Amsa-Sprecherin im Fernsehen mit.

Ein drittes Schiff, das zunächst zur Hilfe geeilt war, gab seinen Rettungsversuch am Samstag ebenfalls auf. Die Behörde sah keine Chance, dass die unter französischer Flagge fahrende "L'Astrolabe" den Durchbruch schaffen könnte, wo der chinesische Eisbrecher versagte.

Sollte es nicht gelingen, die Abenteurer in absehbarer Zeit aus dem Packeis aufs offene Meer zu schleppen, könnte die Evakuierung der Forscher und Touristen mit Hubschraubern der letzte Ausweg sein. Dazu halte sich ein chinesischer Hubschrauberträger weiterhin in der Region auf, teilte Amsa mit.

che/dpa/AFP

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insgesamt 37 Beiträge
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aaaron 30.12.2013
1. Die sollen doch einfach warten
auf den Klimawandel.
AlbertGeorg 30.12.2013
2. Wo ist das Problem?
Zitat von sysopAFP/ Andrew Peacock/ footloosefotography.comIn der Antarktis müssen die eingeschlossenen Touristen und Wissenschaftler weiter ausharren: Auch ein australisches Versorgungsschiff konnte nicht bis zur "Akademik Shokalskiy" vordringen. Als letzter Ausweg wird nun die Rettung aus der Luft vorbereitet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/rettungsaktion-in-der-antarktis-dritter-eisbrecher-scheitert-an-sturm-und-schneefall-a-941218.html
Die Leute sitzen in einem warmen Schiff, sie haben Proviant und sind an einer Stelle wo sie schon immer hinwollten; das nur ein bisschen länger. Bis jetzt habe ich noch nichts davon gehört, dass die Gefahr besteht, dass das Schiff vom Eis zerdrückt wird - dann kann man sie ja immer noch retten! Wer sich in die Natur begibt, der muss mit ihr leben. Also - Kommt zum Alltag zurück.
alex300 30.12.2013
3. Einfach köstlich!
Zitat von sysopAFP/ Andrew Peacock/ footloosefotography.comIn der Antarktis müssen die eingeschlossenen Touristen und Wissenschaftler weiter ausharren: Auch ein australisches Versorgungsschiff konnte nicht bis zur "Akademik Shokalskiy" vordringen. Als letzter Ausweg wird nun die Rettung aus der Luft vorbereitet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/rettungsaktion-in-der-antarktis-dritter-eisbrecher-scheitert-an-sturm-und-schneefall-a-941218.html
Die BBC-finanzierte Expedition zur Antarktis hatte das Ziel "das verschwinden des Meereises in Folge des Klimawandels" zu "dokumentieren". Offensichtlich, haben die Klimajunglings zu stark an eigene Religion geglaubt :-))) Das Resultat: sie stecken inmitten * des Hochsommers * im Packeis!!! Übrigens, 2013 war ein Rekordjahr für das antarktische Meereis.
egusic 30.12.2013
4. optional
Hat uns Al Gore nicht versprochen, die Antarktis sei eisfrei bis 2013? Ach nee, das war ja die Arktis.
mikesch0815 30.12.2013
5. Fast wie bei Shackleton...
...aber nur fast. Dennoch reicht es wohl für die Medien, daraus irgendwie ein Drama zu veranstalten.
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