Revolutionärer Solarplan So wird Öl für die USA überflüssig

Von Ken Zweibel, James Mason und Vasilis Fthenakis

6. Teil: "Solar Grand Plan" ist billiger als Agrarsubventionen


Die wohl wichtigste Frage ist die nach der Finanzierung des Plans. Eine der verbreitetsten Ideen hierzu ist die Einführung einer Kohlesteuer. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass sie 40 bis 90 Dollar pro Tonne Kohle betragen müsste, damit sie Stromproduzenten dazu anregt, mittels Verfahren zur CO2-Abscheidung und -Speicherung die Emission von Kohlendioxid zu verringern. Diese Steuer entspricht einer Strompreiserhöhung um 1 oder 2 Cent pro kWh. Unser Plan ist billiger. Die 420 Milliarden Dollar, die der Staat zuschießen muss, können durch eine Steuer von 0,5 Cent auf jede kWh Strom eingenommen werden, die aus fossilen Energien stammt. Bei heutigen Kosten von 6 bis 10 Cent pro kWh scheint dies tragbar.

Ein Nationaler Plan für erneuerbare Energien würde die Energie-versorgung der USA sicherstellen und wäre ein zentrales Element des künftigen Wohlergehens der Nation. Die Beihilfen -würden sukzessive im Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgezahlt. Bei einer Laufzeit von üblicherweise 30 Jahren endet die Förderung zwischen 2041 und 2050. Für den Aufbau des HVDC-Netzes durch Privatfirmen müssten keine Subventionen fließen, da sie Netztrassen und Konverterstationen in gleicher Weise finanzieren würden wie das heutige Wechselspannungsnetz: durch Einkünfte, die sie bei der Lieferung von Strom erzielen.

420 Milliarden Dollar sind sehr viel Geld. Die jährlich anfallenden Kosten würden jedoch geringer sein als die Subventionen, die derzeit in die US-Landwirtschaft fließen. Sie wären auch geringer als die steuerfinanzierten Subventionen, die in den vergangenen 35 Jahren in den Ausbau der Infrastruktur für die Hochgeschwindigkeitstelekommunikation investiert wurden.

Das größte Hindernis für die Umstellung der US-Energieversorgung auf erneuerbare Energien ist der Mangel an öffentlichem Bewusstsein. Menschen mit Weitblick sollten daher versuchen, die Bürger der USA ebenso wie führende Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft für das fast unglaubliche Potential der Solarenergie zu begeistern. Ist den Amerikanern dieses Potential erst einmal bewusst, dann wird ihr Wunsch nach nachhaltiger Energieversorgung und reduzierten CO2-Emissionen sie schließlich davon überzeugen, dass wir die US-weite Einführung von Solarenergie auf den Weg bringen müssen.

Der vorliegende Text ist eine leicht gekürzte Fassung des Original-Textes aus "Spektrum der Wissenschaft".

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.