Rheinland-Pfalz Drittes Bundesland meldet Genreis-Fund

Nach Baden-Württemberg und Niedersachsen meldet nun auch Rheinland-Pfalz: Genreis entdeckt. Bei Lebensmittelkontrollen fanden sich Spuren des verbotenen Genreis-Typs LL 601, hat das Umweltministerium in Mainz heute mitgeteilt.


Womöglich wird jedes Bundesland es separat melden: Genreis gefunden. Letzte Woche waren erstmals in Deutschland Spuren des verbotenen Genreis-Typs LL 601 amtlich nachgewiesen worden - in Baden-Württemberg. Am Mittwoch bestätigte das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, dass in dem Bundesland Spuren der gentechnisch veränderten Reissorte in Lebensmitteln aufgetaucht seien. Und nun meldet auch Rheinland-Pfalz: Genreis gefunden.

Genreis oder nicht? Jedes einzelne Bundesland überprüft Reis aus Supermärkten
DPA

Genreis oder nicht? Jedes einzelne Bundesland überprüft Reis aus Supermärkten

Wie das Mainzer Umweltministerium heute mitteilte, sind in sechs von 15 in Rheinland-Pfalz untersuchten Chargen US-Langkornreis LL 601-Spuren entdeckt worden. Amtliche Verbraucherschützer hätten die Proben in Reismühlen, im Großhandel sowie im Einzelhandel genommen. Nach Angaben des Ministeriums wurden die Behörden vor Ort angewiesen, noch vorhandene Ware im Handel sicherzustellen. Auch die Lieferanten der betroffenen Chargen seien informiert worden.

Genreis ist in der EU für den Verzehr nicht zugelassen. Nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bestehe beim Verzehr von mit Genreis verunreinigtem Langkornreis keine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher. Auch Experten aus Deutschland gehen davon aus, dass gentechnisch veränderter Reis nicht ungesund ist. Unbedenklich sei es dennoch nicht, dass er hier auftaucht.

Dass nun ein Bundesland nach dem anderen den Fund von LL601-Genreis meldet, hat einen einfachen Grund: Die Meldungen über LL 601- Spuren in Reis aus deutschen Supermarktregalen hatten in der letzten Wochen für Aufsehen gesorgt.

Anfang September hatten die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Friends of the Earth als Erste berichtet, Spuren von genetisch verändertem Reis in asiatischen Nudeln gefunden zu haben. Greenpeace verfügte nach eigenen Angaben aber nicht über Saatgutproben. Ihre Analyse war darum auch nicht hundertprozentig zuverlässig, wie eine Greenpeace-Sprecherin gegenüber SPIEGEL ONLINE einräumte.

Die Landesbehörden haben mittlerweile LL 601-Proben von der Firma Bayer - von einer ihrer Tochterfirmen stammte LL 601 - zur Verfügung gestellt bekommen, um diese mit Proben aus Supermärkten vergleichen zu können.

fba/AFP/AP

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