England Student entdeckt Zähne der wohl ältesten Säugetier-Vorfahren des Menschen

Zwei Zähne geben neue Hinweise auf die ältesten Säugetier-Urahnen des Menschen. Die rattenähnlichen Tiere lebten vor 145 Millionen Jahren im heutigen Südwesten Englands.

Rattenähnliche Säugetiere (Illustration)
DPA/ Mark Witton/ University of Portsmouth

Rattenähnliche Säugetiere (Illustration)


Ein Student hat im Südwesten Englands zwei Zähne der wohl frühesten bekannten Säugetiervorfahren der Menschheit entdeckt. Die Fossilien von zwei kleinen rattenähnlichen Säugetieren stammen aus der Grafschaft Dorset.

Die Tiere lebten vor 145 Millionen Jahren im Zeitalter der Dinosaurier, teilten die Forscher der Universität Portsmouth mit. Die Tiere waren ihren abgekauten Zähnen zufolge recht alt geworden - trotz der damals lebenden Dinosaurier.

Der britische Student hatte den sensationellen Fund gemacht, als er Gesteinsproben aus Dorset durchsiebte. "Ganz unerwartet fand er nicht nur einen, sondern zwei ziemlich bemerkenswerte Zähne eines Typs, der noch nie zuvor bei Felsen dieses Alters entdeckt wurde", sagte Steve Sweetman, der den Fund untersuchte. "Ich wurde gebeten, sie mir anzuschauen und meine Meinung abzugeben, und schon beim ersten Blick ist mir die Kinnlade heruntergefallen."

Früheste bekannte Vorfahren des Menschen

Für die Wissenschaftler der Universität steht nach Untersuchungen fest: Die beiden Zähne gehörten zu den ältesten Fossilien, die zu jener Säugetier-Linie gehörten, aus denen sich unsere eigene Spezies entwickelte. Die Tiere seien behaart und wohl nachtaktiv gewesen. Über den Fund berichten die Forscher im Fachblatt "Acta Palaeontologica Polonica".

Ihn habe am meisten überrascht, dass ein Student in der Lage sei, eine bemerkenswerte Entdeckung in der Paläontologie zu machen, sagte Dave Martill, Professor an der Hochschule. Eines der Tiere fraß wahrscheinlich Insekten, das andere wohl auch Pflanzen. "Die Zähne sind von einem hoch entwickelten Typ, der durchbohren, schneiden und zermalmen kann", sagte Sweetman.

Eines der Exemplare benannten die Forscher nach Charlie Newmann, dem Vermieter eines Pubs in der Nähe der Fundstelle. Es heißt jetzt Durlstotherium newmani. Das andere Exemplar wurde nach Paul Ensom, einem Paläontologen aus der Region, benannt: Dulstodon ensomi. Die sogenannte Jurassic Coast im Süden Englands ist als Fossilienfundstätte bekannt und gehört seit 2001 zum Welterbe der Unesco.

brt/dpa/AFP

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yor 08.11.2017
1. Juramaia sinensis...
...der Kollege der beiden englischen Tierchen aus der Mandschurei, ist allerdings noch a bisserl älter. Heißt, das Durlsto-therium und -don (sic!, Abschreibfehler) zwar den Europaaltersrekord beanspruchen dürfen, der eigentliche Urgroßonkel der Menschheit aber ein Chinese war - aufpassen, die sind da empfindlich!
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