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Schäden bei Neugeborenen: Jede zweite Schwangere trinkt Alkohol

Jedes Jahr werden 10.000 Kinder mit Alkoholschäden geboren, 4000 weisen schwere Behinderungen auf. Der Grund: Jede zweite Frau trinkt in der Schwangerschaft Alkohol. Das hat eine Studie der Berliner Charité ergeben.

Berlin - Die Studie der Berliner Charité ist beunruhigend: 58 Prozent aller werdenden Mütter in Deutschland trinken nach Untersuchungen der Berliner Klinik während der Schwangerschaft gelegentlich Bier und Schnaps. Das sagte die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing am heutigen Montag in Berlin. Bereits geringe Mengen Alkohol könnten den Fötus schädigen. "Es gibt keinen sicheren Grenzwert für ungefährlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft", sagte sie anlässlich des "Tages des alkoholgeschädigten Kindes".

Schwangerschaft: "Es gibt keinen sicheren Grenzwert für ungefährlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft"
Getty Images

Schwangerschaft: "Es gibt keinen sicheren Grenzwert für ungefährlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft"

Laut Bätzing werden jedes Jahr rund 10.000 Kinder mit Alkoholschäden geboren. 4000 davon wiesen schwere körperliche und geistige Behinderungen auf. Dieses "Fetale Alkoholsyndrom" (FES) sei die häufigste Behinderung bei Neugeborenen. Es trete doppelt so häufig auf wie das Down-Syndrom, so die Drogenbeauftragte. Vier von fünf Kindern mit FES müssten ihre Leben lang betreut werden und könnten kein eigenständiges Leben führen.

Symptome des Alkoholsyndroms reichen von leichten körperlichen und psychischen Schäden über spätere Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu schweren Behinderungen.

Bätzing betonte: "Ein vollständiger Alkoholverzicht in der Schwangerschaft ist unabdingbar." Denn ein Fötus könne Alkohol nur sehr schwer abbauen. Die Drogenbeauftragte kritisierte, dass bei vielen Ärzten, Hebammen und nicht zuletzt werdenden Müttern das Bewusstsein über die Gefahren des Alkoholtrinkens in der Schwangerschaft "noch nicht ausreichend ausgeprägt" sei. "Die Gefahren werden häufig verharmlost oder gar nicht wahrgenommen", sagte sie. Daher müssten sowohl die Schwangerschaftsvorsorge als auch die Schulung von Ärzten verbessert werden.

lub/ddp

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