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Schädlingsbekämpfung in Flugzeugen: Airlines versprühen gefährliche Insektizide

Bedenkliche Maßnahme: Damit Touristen keine Krankheitserreger einschleppen, werden sie bei Überseeflügen mit Insektiziden besprüht. Nach Informationen des SPIEGEL hält die Bundesregierung diese Stoffe für gefährlich und sieht ein Gesundheitsrisiko für Reisende.

Die Bundesregierung warnt vor Gesundheitsgefährdung im Flugzeug: Touristen wurden auf Überseeflügen bei ihrer Rückkehr nach Europa mit Insektiziden besprüht, um die Einschleppung von Krankheitserregern zu verhindern. Diese Methode der Schädlingsbekämpfung in Flugzeugen wird in mehreren Ländern angewandt. Nach nach Ansicht der Bundesregierung birgt sie laut Informationen des SPIEGEL ein Gesundheitsrisiko für die Kabineninsassen. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mehrerer FDP-Bundestagsabgeordneter hervor.

Air France: In-flight-spraying mit gesundheitsgefährdenden Insektiziden
Corbis

Air France: In-flight-spraying mit gesundheitsgefährdenden Insektiziden

Während die Deutsche Lufthansa nach einer Risikobewertung durch eine Bundesbehörde vor dem Einsteigen in der Kabine Kurzzeitinsektizide ausbringt, praktizieren andere Fluggesellschaften wie die Swiss oder Air France das sogenannte In-flight-spraying unter Berufung auf Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation. Eine "Informationspflicht" der deutschen Airlines gegenüber den Kunden über die bei der Berieselung in der Kabine verwendeten Stoffe, so die Bundesregierung, sei jedoch "nicht vorgesehen".

Der Würzburger Medizinrechtler Burkhard Tamm obsiegte im Frühjahr mit einer Klage gegen Air France. Die Fluggesellschaft musste offenlegen, welche Insektizide auf dem Flug von Kuba nach Paris versprüht wurden. In einem Sicherheitsdatenblatt für das verwendete Insektizid D-Phenothrin heißt es: "Nicht direkt auf Tiere sprühen". Es ist sehr giftig für Bienen und Fische.

In einer Untersuchung aus dem Jahr 1990 kommt die Weltgesundheitsorganisation WHO zu dem Ergebnis, dass D-Phenothrin bei sachgemäßer Verwendung und unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften und Hygienestandards "wahrscheinlich keine Gefahr" am Arbeitsplatz darstelle.

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