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Schlag für Lebensmittelindustrie: Kalifornien verbietet gesundheitsgefährdende Fette

Sie sind billig, lange haltbar, wiederverwendbar - und Untersuchungen zufolge extrem gesundheitsschädlich: Jetzt hat Kalifornien die in vielen Lebensmitteln verwendeten Transfette verboten. Brotaufstriche, Margarine, Gebäck, Chips, Fast-Food-Essen - überall muss die Industrie umdenken.

Hamburg - Sie stehen im Verdacht, zu höheren Cholesterinwerten und Herzproblemen zu führen - jetzt hat erstmals ein US-Bundesstaat die sogenannten Transfette verboten. In Kalifornien dürfen Restaurants von 2010 an nicht mehr mit ihnen kochen. Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat ein Gesetz unterzeichnet, dem zufolge Gaststätten bis 2010 alle Gerichte mit diesen Stoffen von ihren Speisekarten streichen müssen. Von 2011 an ist auch das Frittieren von Backwaren mit solchen Fetten verboten.

Pommes frites: Oft mit billigen Transfetten frittiert
DDP

Pommes frites: Oft mit billigen Transfetten frittiert

"Herzkrankheiten sind die häufigste Todesursache in Kalifornien", sagte Schwarzenegger. Das Verbot sei "ein großer Schritt in Richtung einer gesünderen Zukunft für Kalifornien". Bei Verstößen drohen Bußgelder von 25 bis 1000 Dollar. Auch die Städte New York, Philadelphia und Seattle haben Verordnungen zum Verbot von Transfettsäuren erlassen.

Viele Untersuchungen haben belegt, dass Transfettsäuren Entzündungsreaktionen im Körper fördern, Übergewicht verstärken, die Cholesterinwerte verschlechtern - daher gelten sie als Risikoverstärker für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Der Körper kann die künstlich gehärteten Fette nicht verarbeiten.

Transfette werden in Lebensmitteln wie Margarine, Gebäck, Kartoffelchips, fetten Brotaufstrichen und bei vielen Fast-Food-Produkten eingesetzt. Sie sind billiger als andere Fette, länger haltbar und häufiger wieder zu gebrauchen.

In der EU gibt es Grenzwerte für Transfette bisher nur für Babynahrung (mehr auf SPIEGEL WISSEN...).

Der Verband der Restaurantbesitzer in Kalifornien kritisierte das neue Gesetz. Sprecher Daniel Conway sagte, man hätte eine nationale Regelung einer regionalen vorgezogen. Es gebe jedoch keine Pläne, das Gesetz zu bekämpfen.

plö/dpa/AP/AFP

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