Schwangerschaft Sport kann Risiko für Fehlgeburten erhöhen

Zu viel Sport zu Beginn der Schwangerschaft steigert einer Studie zufolge die Gefahr von Fehlgeburten. Allerdings kommt es auf die Sportart an: Während Joggen das Risiko erhöht, sinkt es beim Schwimmen.


Dass man im achten Monat besser keinen Marathon laufen sollte, muss man Schwangeren kaum erklären. Die zusätzlichen Kilos im runden Bauch machen schon längeres Gehen oder Treppensteigen zur Tortur. Doch auch in den ersten Wochen der Schwangerschaft sollten Frauen besser nicht joggen. Das schließen dänische Wissenschaftler aus einer Studie, in der sie knapp 93.000 Schwangere über ihre Sportgewohnheiten befragt hatten.

Frauen in Bremer Fitnessstudio (Archivbild): Aerobic als Risiko für Schwangerschaft
DPA

Frauen in Bremer Fitnessstudio (Archivbild): Aerobic als Risiko für Schwangerschaft

Sport in den ersten Schwangerschaftswochen erhöht demnach das Risiko für eine Fehlgeburt. Mit Fortschreiten der Schwangerschaft werde die körperliche Belastung jedoch zunehmend ungefährlich, schreiben die Forscher um Mette Madsen vom National Institute of Public Health in Kopenhagen im "British Journal of Obstetrics and Gynaecology" (BJOG). Besonders gefährlich seien Ballsportarten, Jogging oder Tennis.

Die Wissenschaftler unterschieden bei der Auswertung ihrer Daten nicht nur zwischen den einzelnen Sportarten, sondern berücksichtigten auch, wie häufig pro Woche die Befragten Sport trieben. Während Frauen, die sich wöchentlich bis zu einer Viertelstunde körperlich belasteten, kein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt aufwiesen, stieg mit zunehmender Dauer die Gefahr an: Wer rund vier Stunden pro Woche joggte oder Tennis spielte, hatte ein vierfach erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt, bei Sportarten wie Aerobic oder Walking war das Risiko verdoppelt. Wer dagegen die gleiche Zeit im Schwimmbad verbrachte, wies ein leicht geringeres Risiko auf, schreiben die Forscher.

Die Risikosteigerung durch Sport gelte aber generell nur für die ersten 18 Schwangerschaftswochen. Für spätere Zeitpunkte konnten die Forscher kein erhöhtes Risiko mehr feststellen.

Zwar gebe ihre Studie keinen Aufschluss darüber, warum Sport eine Fehlgeburt auslösen könnte, sagen die Forscher. Da aber besonders Ballsportarten oder Tennis das Risiko erhöhten, liege es wahrscheinlich an den Stößen, denen der Körper während dieser Sportarten ausgesetzt ist. Allerdings sei es noch zu früh, um aus ihrer Studie allgemeine Schlüsse für das Verhalten Schwangerer zu ziehen. Da Sport auch viele positive Auswirkungen habe, müssten ihre Ergebnisse erst noch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden.

hda/ddp



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