Stockholm - Andrew Z. Fire and Craig C. Mello heißen die Medizin-Nobelpreisträger dieses Jahres. Wie das Nobelkommitee erklärte, erhalten sie den Preis für ihre Arbeit zur Kontrolle genetischer Informationen. Die Auswahlkommission am Stockholmer Karolinska Institut würdigt damit die Leistung der Wissenschaftler bei der Erforschung, wie genetische Information in der RNA weiterverarbeitet werden. Mit Hilfe der sogenannten RNA-Interferenz können Forscher gezielt einzelne Gene stummschalten und so deren Funktion im Organismus überprüfen.
Mit der Erklärung durch das Stockholmer Karolinska Institut beginnt die Woche der Bekanntgabe der drei naturwissenschaftlichen Nobelpreise. Am morgigen Dienstag wird die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften den oder die Träger des Physik-Nobelpreises der Öffentlichkeit benennen. Am Mittwoch folgen dann die Laureaten im Fach Chemie.
Später werden die Auszeichnungen für Frieden und Literatur sowie der Preis für Wirtschaftswissenschaften folgen. Er gehört nicht zu den ursprünglichen und von Alfred Nobel in seinem letzten Willen verfügten Preisen. Vielmehr wurde er 1968 von der Schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel ausgelobt.
Bis zum 13. Oktober sollen alle diesjährigen Nobelpreisträger feststehen. Die Verleihung durch Schwedens König Karl Gustav XVI. im Festsaal des Stockholmer Stadshuset wird am 10. Dezember stattfinden - am Todestag Alfred Nobels. Der Erfinder und Industrielle hielt über Hundert Patente. Als sein wesentlicher Verdienst - und Quell seines Reichtums - gilt die Entdeckung des Dynamits. Er hatte die hochexplosive Flüssigkeit Nitroglycerin binden können, indem er sie auf Kieselgur goss. So entdeckte er den wesentlich sicherer zu handhabenden Festsprengstoff.
Die Nobelstiftung übertrug die Ernennungen live im Internet. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit insgesamt zehn Millionen Schwedischen Kronen (rund 1,1 Millionen Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr waren die Australier Barry Marshall und Robin Warren für die Entdeckung des Magenbakteriums Helicobacter pylori ausgezeichnet worden, das unter anderem zu Magengeschwüren führen kann.
Die erste Auszeichnung in dieser Kategorie ging damals an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung der Serumtherapie gegen Diphtherie. Unter den Medizin-Preisträgern der vergangenen zehn Jahre waren mit einem Schweden und einem Schweizer nur zwei Laureaten, die nicht aus angelsächsischen Ländern stammten: US-Amerikaner, Briten und Australier teilten sich die meisten Medizin-Nobelpreise seit 1996.
stx/AP/dpa
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