Schweinegrippe: Drei neue Verdachtsfälle in Deutschland

Neuer Schweinegrippe-Verdacht in Deutschland: Drei Menschen in Süddeutschland sind womöglich mit dem gefährlichen Virus infiziert, wie das Berliner Robert-Koch-Institut mitteilte. Definitive Testergebnisse werden allerdings erst am späten Abend erwartet.

Berlin - In Deutschland gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) drei neue Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Wie RKI-Präsident Jörg Hacker am Dienstag in Berlin mitteilte, sind die Fälle in Süddeutschland registriert worden. Die entsprechenden Proben würden derzeit untersucht.

Bei den Betroffenen handele es sich um ein Ehepaar, das von einem Mexiko-Urlaub zurückgekehrt sei, und einen Mann, sagte Hacker. Bei zwei Patienten sei die Wahrscheinlichkeit allerdings gering, dass sie an Schweinegrippe erkrankt seien. Die Frau habe leichte Symptome gezeigt, ihr Mann sei zur Sicherheit auch untersucht worden.

Bei dem dritten Patienten besteht nach Angaben des Staatssekretärs im Bundesgesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder, der Verdacht, dass er an einer Grippe vom Typ Influenza A erkrankt sei. Ob es sich aber um den spezifischen neuen Erreger handele, sei noch völlig offen. Ergebnisse der Untersuchung seien frühestens am späten Abend zu erwarten.

Am Montag waren zwei Verdachtsfälle in Bielefeld gemeldet worden. Es sieht inzwischen aber so aus, dass es sich dabei nicht um Infektionen mit dem Schweinegrippe-Erreger handelte.

Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit dem Erreger der Schweinegrippe, muss der Arzt seine Vermutung dem Gesundheitsamt melden. Der Arzt entnimmt bei dem Betroffenen einen Rachenabstrich und schickt das Material zur virologischen Untersuchung in ein Labor, das ihm das Gesundheitsamt nennt. Mit Hilfe eines ersten Schnelltests können die Experten dann feststellen, ob gewisse Antigenstrukturen von Influenzaviren in den Proben vorhanden sind. "Diese Untersuchung ist nicht sehr zuverlässig und nicht sehr spezifisch", erklärt Hans Dieter Klenk vom Institut für Virologie an der Philipps-Universität Marburg.

Sehr viel sicherer ist die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Dabei wird die RNA, das Erbgut der Viren, molekulargenetisch vervielfältigt. "Das dauert ein paar Stunden", sagt Klenk zu SPIEGEL ONLINE. "Da das Virus der Schweinegrippe sequenziert ist, liefert der Vergleich ein sehr sicheres Ergebnis." Als dritte Möglichkeit bleibt zudem die Anzucht der aus dem Rachenabstrich isolierten Viren in Zellkulturen oder in Hühnereiern.

mbe/hei/AP/AFP/dpa

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