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Schweinegrippe: Länder wollen Impfstoff abbestellen

50 Millionen Impfdosen hatte Deutschland gegen den Schweinegrippeerreger H1N1 geordert - doch jetzt wollen die Bundesländer nur noch die Hälfte davon abnehmen. Die Nachverhandlungen mit dem Hersteller GlaxoSmithKline müssen aber erst noch geführt werden.

Pandemrix: 50 Millionen Impfdosen hat Deutschland bestellt Zur Großansicht
REUTERS

Pandemrix: 50 Millionen Impfdosen hat Deutschland bestellt

Bielefeld/Hamburg - Im großen Stil hatte sich die Bundesrepublik gegen die aufkommende Schweinegrippewelle schützen wollen. 50 Millionen Dosen des Impfstoffs hatte sie deshalb beim Pharmahersteller GlaxoSmithKline geordert - vertraglich festgelegt. Jetzt, einige Wochen nach Beginn der Massenimpfkampagne zeichnet sich ab: Die Bundesländer drohen auf großen Mengen der Impfungen sitzen zu bleiben - für Hamburg etwa bedeutet das Verluste in Höhe von mehreren Millionen Euro.

Im Juli brachte Thüringen, das gegenwärtig den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz hat, die entsprechende Bestellung auf den Weg. Nun wollen die zuständigen Länderminister aber nur noch die Hälfte der 50 Millionen bestellten Impfdosen gegen die Schweinegrippe abnehmen.

Ihre Begründung: Eine einmalige Schutzimpfung pro Person reiche aus, deshalb seien 25 Millionen Dosen genug. Das sagte der Staatssekretär im Thüringer Gesundheitsministerium, Hartmut Schubert (SPD), dem "Westfalen-Blatt". Bei der ursprünglichen Bestellung sei man noch davon ausgegangen, dass eine Zweifachimpfung für einen Schutz notwendig sei. Deshalb habe sich die Vertragsgrundlage geändert.

Was der Pharmakonzern GlaxoSmithKline von der Kursänderung der Länder hält, ist bisher noch nicht bekannt. Am 7. Januar sollen Schubert zufolge die Verhandlungen über die Reduzierung der Liefermengen beginnen.

Bereits vor kurzem hatten die Bundesländer damit begonnen, sich auf den Fall vorzubereiten, dass sie die bestellten Impfdosen nicht ausreichend unter der Bevölkerung verteilen können. Zu dem Zeitpunkt wollten sie deshalb 2,2 Millionen Dosen ins Ausland verkaufen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hat Deutschland weltweit Dosen zum Verkauf angeboten. Mit zehn Staaten gebe es derzeit Gespräche über eine Impfstofflieferung.

Sieben Euro sind zu viel

Moldawien, Mazedonien, das Kosovo, Albanien, die Mongolei und die Ukraine hätten zudem Impfstoff im Rahmen von Entwicklungshilfe angefragt. Das sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungshilfeministerium, Gudrun Kopp (FDP).

Den von den Ländern geforderten Preis von sieben Euro pro Dosis hielten die Staaten jedoch nicht für marktgerecht. Dazu sagte Kopp: "Wenn die Länder Impfstoff verkaufen wollen, müssen sie mit dem Preis heruntergehen." Allerdings liege das wirtschaftliche Risiko nach wie vor ausschließlich bei den Bundesländern, sagte eine Ministeriumssprecherin dem "Westfalen-Blatt". Eine Dosis Pandemrix kostet etwa acht Euro in der Anschaffung. Die Krankenkassen zahlen aber nur den Impfstoff, der tatsächlich verabreicht wird.

Die erste Schweinegrippewelle flaut weiterhin ab. Der Verlauf der Schweinegrippe liege derzeit auf dem Niveau einer normalen saisonalen Grippe, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. Aber auch die Impfmüdigkeit der Bevölkerung hat zu einer sehr geringen Nachfrage nach der Impfung mit Pandemrix geführt. In Hamburg hätten sich bisher nur knapp 100.000 Bürger impfen lassen, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt. Noch 200.000 Impfdosen würden in der Behörde gelagert. Bundesweit haben sich bisher etwa nur fünf bis sechs Prozent gegen H1N1 impfen lassen.

210.000 bundesweite Schweinegrippefälle gibt derzeit das Robert Koch-Institut in Berlin an. Im Zusammenhang mit einer Infektion seien bislang 132 Menschen gestorben.

Weltweit sind der Seuche seit April mehr als 11.500 Menschen zum Opfer gefallen - und noch, so die Einschätzung von WHO-Chefin Margaret Chan, ist die Schweinegrippe nicht überwunden. Vermutlich sei noch nicht einmal der Höhepunkt der Seuche erreicht, sagte die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Zeitung "Le Temps". Zumindest sei es für eine solche Prognose noch zu früh. Demnach könnten sich im Verlauf dieses Winters noch viele weitere Menschen mit dem H1N1-Virus infizieren. In den Vereinigten Staaten, Kanada und anderen Ländern der nördlichen Hemisphäre ist die Krankheit Chan zufolge inzwischen rückläufig. In Afrika und den ärmeren Ländern Asiens sei die Lage indessen noch nicht eindeutig.

cib/ddp/AFP/APD/Reuters

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1. Länder wollen Impfstoff abbestellen
Sapientia, 30.12.2009
Zitat von sysop50 Millionen Impfdosen hatte Deutschland gegen den Schweinegrippeerreger H1N1 geordert - doch jetzt wollen die Bundesländer nur noch die Hälfte davon abnehmen. Die Nachverhandlungen mit dem Hersteller GlaxoSmithKline müssen aber erst noch geführt werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,669536,00.html
"H1N1-Virus ist viel harmloser als Spanische Grippe" Also alles nur eine riesige Umsatz-Orgie für die Pharma-Industrie?
2. Niedriger Impfstoff-Preis ist Hinweis auf Kritikalität der Schweinegrippe
joedoesan 30.12.2009
Zitat von sysop50 Millionen Impfdosen hatte Deutschland gegen den Schweinegrippeerreger H1N1 geordert - doch jetzt wollen die Bundesländer nur noch die Hälfte davon abnehmen. Die Nachverhandlungen mit dem Hersteller GlaxoSmithKline müssen aber erst noch geführt werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,669536,00.html
Sehr gut. Ein bischen Schadenfreude kann schon aufkommen, wenn man sieht mit welchen Mitteln (Panikmache, Verunsicherung) versucht wurde den Impfstoff in den Markt zu drücken. Selbst im SPON-Artikel konnte man sich nicht dazu hinreißen lassen auf ein par Zeilen "Paranoiafutter" zu verzichten. Und das obwohl die Schweinegrippe inzwischen schon kaum noch jemanden hinter dem Ofen herlockt. Wenn die Schweinegrippe wirklich so gefährlich wäre müsste doch eine rege Nachfrage nach dem Impfstoff vorhanden sein. Das sollte auch dazu führen, dass man ordentliche Preise auf dem Weltmarkt erzielen kann. Aber scheinbar unterschreitet der zu erwartende Schaden 7 € pro potentiell geimpfte Person deutlich sonst würde es sich ja lohnen das Geld für den Impfstoff auszugeben...
3. Angst
belinuntia 30.12.2009
Mit Angst ist immer gut Geld zu verdienen!! Na, super, die ganze Panikmache. Immer dieselbe Taktik, das Volk wird verunsichert, diskutiert, und die Oberen machen dann in Ruhe hinter den Kulissen ihr Ding weiter, Beschäftigungstherapie also. Brot und Spiele. Und sitzen nicht viele von unseren Politikern im Aufsichtsrat der betreffenden Pharmakonzerne? Da verdienen sie dann zum erstenmal. Nun, wenn der Bestand verkauft wird, wohl nochmal. Bezahlen tut es eh der Pöbel. Aber hier haben wir halt so eine Kuschermentalität, Aufwachen wäre mal angesagt, in anderen Ländern gehen die Massen auf die Strasse, machen einen Volksentscheid, in Deutschland lassen viele ihren Frust ab auf der Strasse, beim Nachbarn, anstatt zusammenzuhalten. Wir sind doch immer noch die Mehrheit, ersticken aber an "Hilflosigkeit". Wahrscheinlich sterben hier mehr Leute an Frust, Angst und Panik als an einer "tierischen" Grippe. Obrigkeitshörigkeit, hatten wir doch schon mal. Aber scheinbar gibt es in Deutschland nu die beiden Extreme, totaler Gehorsam oder totale Verweigerung, wie wäre es mit einem Mittelweg, aml anfangen zu denken, anstatt es anderen zu überlassen?!
4. Das schlimme ist ja...
Tyxaro, 30.12.2009
...wenn nächstes Jahr die Pharmaindustrie mit der Marienkäfer-Grippe kommt, wird wieder Panik gemacht, und wieder rennen Millionen ungebildete Deutsche zum Arzt und lassen sich auch gegen diesen Schund impfen. Es sollte doch wohl bekannt sein, das es diese Grippe eigentlich garnicht gab. Oder wieviel Milliarden Menschen sind nun tot umgefallen? Eins weiß ich dennoch, die nächste Impfkampange werd ich wieder belächeln, lachen ist da die beste Impfung gegen diese Dummheit.
5. Glaube keinem Politiker, keinen Medien
Andreas58 30.12.2009
Letztlich werden wir nur belogen und manipuliert- egal ob nun mit Schweinegrippe, Afghanistan, Klimakatastrophe. Ich habe über die Hysterie im Sommer gelacht ! Und: Es gibt gerade mal 5 Mio Geimpfte (und nur 15% aus dem Gesundheitswesen!). Glaubt das Volk den Politikern nicht mehr ?
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Acht Fragen zur Schweinegrippe
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Wie kann man sich schützen?
Ausschließen kann man eine Infektion nie. Dennoch können bestimmte Maßnahmen die Verbreitung des H1N1-Virus (und auch vieler anderer Viren) effektiv senken. Im September 2009 veröffentlichten Forscher im Fachblatt "British Medical Journal" eine statistische Auswertung von insgesamt 58 Studien über präventive Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung. Das Ergebnis: Vor allem häufiges Händewaschen und die Isolation infizierter Patienten verhindert die rasche Ausbreitung des Virus. Unter wir-gegen-viren.de gibt das Robert Koch-Institut neun Tipps, um die Ansteckungsgefahr zu senken. Zu den wichtigsten Vorkehrungen gehören regelmäßiges Händewaschen, richtiges Husten und Schnäuzen, bei Verdacht auf Schweinegrippe zu Hause bleiben und Abstand von anderen Personen halten sowie regelmäßiges Lüften. Zudem rät die US-Gesundheitsbehörde CDC, den Haushalt möglichst sauber zu halten und beispielsweise Oberflächen von Möbeln regelmäßig zu reinigen und Kleidung regelmäßig zu waschen.
Wie verbreitet sich das H1N1-Virus?
Der wahrscheinlichste Ansteckungsweg des H1N1-Virus ist die sogenannte Tröpfcheninfektion. Es nistet sich in den Atemwegen ein, weshalb Tröpfchen aus dem Nasen- und Rachenraum gefährlich sind. Man kann sich bereits im Gespräch mit einer Person anstecken. Die ganz normale Atemluft der infizierten Person enthält Tröpfchen, die deren Gegenüber einatmen könnte. Gleiches gilt, wenn Menschen niesen oder husten. Mikroskopisch kleine Mengen reichen schon aus. Deshalb empfehlen viele Fachleute auch, Menschenansammlungen zu meiden. Das Virus überlebt aber auch einige Zeit außerhalb des Körpers. Man kann sich also anstecken, indem man Infizierten die Hand schüttelt oder Gegenstände anfasst, die Infizierte berührt haben. Wischt man sich danach durchs eigene Gesicht, hat es der Erreger in seinen neuen Wirt geschafft. Dieser Übertragungsweg heißt Schmierinfektion. Experten gehen davon aus, dass das H1N1-Virus bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius für etwa zwei bis acht Stunden unversehrt bleibt. In einer feuchten Umgebung verlängert sich die Zeit auf bis zu vier Tage. Und in der Kälte, vor allem bei Minusgraden, ist das Virus fast unsterblich. Dagegen kann der H1N1-Erreger mit Hitze nur schwer umgehen. Bei 60 Grad und mehr stirbt er nach etwa 30 Minuten.
Welche Symptome treten auf?
Die Inkubationszeit des Virus beträgt in der Regel drei bis vier Tage. Meistens setzt das Krankheitsgefühl ganz plötzlich ein. Zu den häufigsten Symptomen zählen Fieber und Husten. Die Glieder und Muskeln können schmerzen, Atembeschwerden und Ausfluss aus Nase oder Augen können dazukommen. Anders als bei der saisonalen Influenza leidet bei der Schweinegrippe etwa jeder Vierte an Erbrechen oder Durchfall. Es gibt aber auch Menschen, an denen die Infektion spurlos vorbeiging.
Was tun bei Verdacht auf Schweinegrippe?
Bei Menschen, die sonst gesund sind, lautet der einfachste Rat: ins Bett legen und das eigene Immunsystem die Arbeit verrichten lassen. Schwangere oder chronisch Kranke - Diabetiker, Patienten mit Asthma oder Herz-Kreislauf-Beschwerden beispielsweise - sowie ältere Patienten und Kinder sollten dagegen einen Arzt aufsuchen. Ist das Immunsystem zum Beispiel durch eine bereits vorhandene chronische Erkrankung geschwächt, kann es leichter zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, wie etwa einer Lungenentzündung, kommen.
Helfen Medikamente nach einer Ansteckung?
Es gibt manche antivirale Medikamente wie Tamiflu, die Grippesymptome lindern können. Allerdings sind sie verschreibungspflichtig, und für die meisten Patienten gilt: Sie überstehen die Schweinegrippe genauso gut oder schlecht wie ohne Medikamente. Vor allem bei Kindern gilt größte Vorsicht mit Medikamenten. Sie sollten auf keinen Fall ohne ärztlichen Rat behandelt werden. Treten zusätzliche bakterielle Infektionen auf, sollte der Patient unter Umständen Antibiotika nehmen. Experten weisen zudem darauf hin, dass es nicht sinnvoll ist, vorsorglich antivirale Medikamente einzunehmen. Der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Heiko Schneidler, sagt, dass es dadurch zu Resistenzen der Viren kommen könnte.
Ist ein Mundschutz sinnvoll?
Das Robert Koch-Institut sagt zu Hygienemasken: "Über ihre Wirksamkeit während einer Pandemie liegen keine ausreichenden Daten vor. Sie sind deshalb nur ergänzend zu erwägen." Da die Masken nicht dicht abschließen, geraten Grippeviren trotzdem in die Atemluft. Und wer mit ungewaschenen Händen die Maske anlegt, bindet sich die Viren direkt unter die Nase. Zudem müssen die Masken alle paar Stunden gewechselt werden. Sinnvoll ist eine Hygienemaske, wenn überhaupt, nur für Erkrankte. Damit kann die Anzahl der Erreger, die dieser in die Luft ausatmet verringert werden. Staubmasken aus dem Baumarkt sind übrigens wirkungslos.
Wie weist man das Virus nach?
Ein zuverlässiger Test kostet in etwa 130 Euro. Bis das Ergebnis vorliegt, vergeht in etwa ein Tag. Nachdem sich die Grippe immer weiter ausbreitet, wird nur noch stichprobenartig auf den H1N1-Erreger untersucht. Man kann in der Apotheke auch Schnelltests kaufen, allerdings sind sie nicht sehr zuverlässig. Im Labor wird das H1N1-Virus mit Hilfe der sogenannten PCR-Technik nachgewiesen. Der Test ist positiv, wenn es gelingt, spezifische Teile des Virus-Erbguts im Reagenzglas zu vervielfältigen.
Kann sich der H1N1-Erreger verändern?
Das H1N1-Virus gehört zur Gattung der Influenza-A-Viren. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat. Die gewöhnliche Grippe (saisonale Influenza) tötet Schätzungen zufolge weltweit jedes Jahr 250.000 bis 500.000 Menschen, vor allem ältere Menschen. Die meisten sterben an Lungenentzündung. Auch gesunde Menschen können tödlich erkranken. Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Die Entwicklung gänzlich neuer Typen ist zwar selten, aber extrem gefährlich. Sie findet statt, wenn sich in den Zellen eines Organismus die Erbgutinformation mehrerer Grippeviren-Typen neu kombiniert.

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Schweinegrippe: Streit um die Zweiklassen-Impfung
Schweinegrippe-Impfung
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Wer wird geimpft?
Jeder kann und sollte sich impfen lassen, empfehlen Experten. Laut Plan werden im ersten Schritt Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern geimpft sowie Feuerwehrleute, Polizisten und Justizvollzugsbeamte. Das soll im Fall von Masseninfektionen die medizinische Versorgung und die öffentliche Sicherheit sicherstellen. Auch Risikogruppen wie chronisch Kranke, Asthmatiker, Diabetiker und Fettleibige sollen bevorzugt geimpft werden. Schwangeren wird geraten, noch zu warten, bis ein spezieller Impfstoff ohne Zusätze vorliegt. Impfungen sind in Deutschland grundsätzlich freiwillig, eine Impfpflicht ist nicht geplant.
Womit wird geimpft?
In der EU sind bisher drei Impfstoffe zugelassen: Focetria, Pandemrix und Celvapan. Focetria und Pandemrix enthalten Adjuvantien, Stoffe, die eigentlich die Immunisierung verstärken sollen, aber auch die Nebenwirkungen der Impfung verstärken können. Celvapan kommt ohne Verstärker und Konservierungsstoffe aus. Pandremix ist für die Bevölkerung vorgesehen, Celvapan für Angehörige der Bundesregierung. Nur Schwangeren wollen die Bundesländern nachträglich eine Vakzine ohne Adjuvantien beschaffen. Bei den Wirkverstärkern handelt es sich um Öl-in-Wasser-Emulsionen, die unter anderem Squalen enthalten, eine aus Haifischleber gewonnene Substanz. Die Packungsbeilagen für alle drei Impfstoffe sind auf der Website der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA abrufbar: http://www.emea.europa.eu.
Wann wird geimpft?
Die Impfung gegen die Schweinegrippe hat in der letzten Oktoberwoche begonnen. Seit dem 2. November können sich auch Privatpersonen impfen lassen.
Wo wird geimpft?
Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die Risikogruppen, die höher gefährdet sind, werden darüber informiert, wo sie geimpft werden können. Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie bei Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug werden in der Regel am Arbeitsplatz geimpft. Für die Normalbevölkerung sind ausgewählte Impfpraxen und Gesundheitsämter zuständig. Welche das sind, erfährt man hier.
Was kostet das?
Die Kosten in Deutschland werden mit 500 bis 550 Millionen Euro Veranschlagt - die gesetzlichen Kassen gehen dagegen von bis zu einer Milliarde Euro aus. Die Impfung kostet die Versicherten nichts, da sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen die Kosten übernehmen.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Die Schweinegrippe-Impfung kann stärkere Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung. Darauf weist der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, hin. Grund ist, dass in dem neuen Impfstoff die Wirkstoffmenge pro Dosis drastisch verringert wird und zugleich beigemischte Verstärkersubstanzen die Wirkung künstlich erhöhen sollen. Nur so ist es laut Löwer möglich, sehr viel mehr Impfstoff-Portionen herzustellen als üblich. Die beigemischten Verstärker (Adjuvantien) können jedoch unerwünschte Nebeneffekte auslösen. Geimpfte müssen mit Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle rechnen sowie teilweise mit mehrtägigen Kopf- und Gliederschmerzen. Aus diesem Grund empfehlen Mediziner Schwangeren und Kindern, sich nicht mit dem adjuvantienversetzten Impfstoff impfen zu lassen. Die Bundesregierung will für Schwangere einen adjuvantienfreien Impfstoff bestellen.
Was tun bis zur Impfung?
Aus Sicht von Experten bietet banale Alltagshygiene bereits relativ viel Schutz: häufiges Händewaschen, Niesen in die Ellenbeuge oder in ein Einmaltaschentuch, das sofort weggeworfen wird. Große Menschenansammlungen oder engen Kontakt zu Infizierten sollte man meiden. Die Behörden haben bis zum Start der Impfungen vor allem ein Ziel: Die Fallzahlen und damit auch die Zahl der schweren Erkrankungen oder Todesfälle so gering wie möglich zu halten.
Hotline der Bundesregierung
Unter 030-34 64 65 100 können sich Bürger über die Schweinegrippe informieren. Die Hotline des Bundesgesundheitministeriums ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zu erreichen. Auskünfte über dsa Influenzavirus erteilt das Robert-Koch-Institut unter der Rufnummer 030-18 75 44 161, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr.


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