"Science"-Bilder des Jahres: Grandiose Einblicke in die Wissenschaft

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Barcelona Supercomputing Center

Abstrakte Zusammenhänge, wie etwa die Funktion des Herzens, sind schwer zu erfassen. Doch Bilder können Wissenschaft begreifbar machen. Das Fachmagazin "Science" hat die besten Videos, Fotografien und Grafiken ausgezeichnet.

Wie hat sich das Leben auf der Erde entwickelt? Warum können Eulen ihren Hals fast komplett umdrehen? Wie funktioniert das menschliche Herz? Grafiker, Illustratoren und Filmemacher haben versucht diese schwierigen Fragen in Bildern zu beantworten. Die besten Videos, Grafiken, Spiele, Fotos und Illustrationen wurden jetzt im Rahmen der 2012 International Science and Engeneering Visualization Challenge ausgezeichnet.

"Die Visualisierungen sind nicht nur ungewöhnlich und bezaubernd, sie machen auch das komplizierte Feld der Wissenschaften auf einfache und verständliche Weise zugänglich", sagt Monica Bradford vom Fachmagazin "Science", welches das Projekt zusammen mit der amerikanischen Organisation zur Förderung der Wissenschaften initiiert hat. Mit dem Preis sollen vor allem Arbeiten ausgezeichnet werden, die durch ihre Darstellungsform komplexe Zusammenhänge auf einfachem Weg verständlich machen. In diesem Jahr wurden über 200 Visualisierungen aus 18 verschiedenen Ländern eingereicht.

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Visualisierungs-Challenge: Science-Bilder des Jahres
In der Kategorie Video hat der Film "Alya Red: A Computational Heart" Zuschauer- und Jurypreis gleichzeitig abgeräumt: Anhand von Illustrationen, 3-D-Darstellungen und Videos eines echten menschlichen Herzens zeigt der Film in gut vier Minuten, wie der Herzmuskel funktioniert, warum er gleichmäßig schlägt und in welcher Reihenfolge der elektrische Puls die Fasern zucken lässt.

Makakengehirn als Vorlage für Computerchips

Auf Details kam es den Machern der Gewinner-Illustration "Connectivity of a Cognitive Computer Based on the Macaque Brain" an. Die bunte Abbildung zeigt die Verknüpfung von Neuronen im Gehirn eines Makaken. Das Netzwerk hat Computerhersteller dazu inspiriert, Chips zu entwickeln, die ähnlich wie ein Gehirn verdrahtet sind.

Warum Eulen ihren Kopf fast einmal komplett in jede Richtung, nämlich um etwa 270 Grad, drehen können, erklärt ein Poster der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland. "Beim Menschen schlingt sich die Wirbelarterie eng um die Halswirbel", sagt Fabian de Kok-Mercado, der das Phänomen erforschte. "Im Körper von Eulen ist das nicht der Fall. Das lässt der Arterie wesentlich mehr Spielraum für Bewegungen."

Der Jury gefiel die Abbildung "The Pharma Transport Town: Understanding" besonders gut. Das Poster verrät die Wege von Medikamenten, nachdem sie eingenommen oder weggeworfen wurden. Insgesamt stimmten knapp 3.200 Menschen ab.

Seeigelzähne härter als Stein

In der Kategorie Fotografie machte das Bild von Kristallen aus den Zähnen von Seeigeln das Rennen. Es überzeugte Jury und Publikum gleichermaßen. "Die Kalzit-Kristalle füllen Lücken, verstärken den Zahn und härten ihn so stark, dass Seeigel damit Felsen abschleifen können", erklärt Pupa Gilbert von der University of Wisconsin-Madison. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm verstärkte sie die Wirkung ihrerFotografie: "Die Farbe macht deutlich, wie verflochten die Kristallformen sind."

Spiele und Apps konnten die Jury leider nicht überzeugen. In dieser Kategorie gab es keinen ersten Platz, sondern nur Ehrenpreise von der Jury. Dem Publikum gefiel das Spiel "Untangled" von der University of North Texas am besten. Die Spieler müssen darin Kabel möglichst Kompakt in ein Gitter falten. Ziel der Forscher, die das Spiel kreierten, war es einen Computerchip möglichst effizient zu verdrahten.

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1.
Hamberliner 01.02.2013
Zitat von sysopAbstrakte Zusammenhänge, wie etwa die Funktion des Herzens, sind schwer zu erfassen. Doch Bilder können Wissenschaft begreifbar machen. Das Fachmagazin "Science" hat die besten Videos, Fotografien und Grafiken ausgezeichnet. Science gibt Sieger von Visualisierungs-Challenge bekannt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/science-gibt-sieger-von-visualisierungs-challenge-bekannt-a-880496.html)
Da ist der SPON-Redaktion eine Taktlosigkeit passiert. Wenn ein Glioblastom der häufigste bösartige Hirntumor ist, dann kann man doch davon ausgehen, dass von den vielen Leserinnen und Lesern die allerwenigsten Fachleute sind, die diese Information nötig hätten, aber dass sehr viele nicht - wie von SPON naiverweise erwartet - in ein "ahhh, toll, sieht geil aus" ausbrechen, sondern einen Stich ins Herz spüren. Nämlich die Hinterbliebenen. Z.B. ist mir aufgrund eines Glioblastoms mein Bruder sehr brutal mitten aus dem Leben gerissen worden. Wenn man schöne Bilder erwartet und stattdessen mit sowas konfrontiert wird kommt das nicht so gut an. Es hätte genügt dieses Reizwort zu vermeiden.
2. Wie kann Realität taktlos sein?
kugelsicher99 01.02.2013
Zitat von HamberlinerDa ist der SPON-Redaktion eine Taktlosigkeit passiert. Wenn ein Glioblastom der häufigste bösartige Hirntumor ist, dann kann man doch davon ausgehen, dass von den vielen Leserinnen und Lesern die allerwenigsten Fachleute sind, die diese Information nötig hätten, aber dass sehr viele nicht - wie von SPON naiverweise erwartet - in ein "ahhh, toll, sieht geil aus" ausbrechen, sondern einen Stich ins Herz spüren. Nämlich die Hinterbliebenen. Z.B. ist mir aufgrund eines Glioblastoms mein Bruder sehr brutal mitten aus dem Leben gerissen worden. Wenn man schöne Bilder erwartet und stattdessen mit sowas konfrontiert wird kommt das nicht so gut an. Es hätte genügt dieses Reizwort zu vermeiden.
Was sie taktlos bzw. Reizwörter nennen, nenne ich schlicht Realität. Und die sollte man, bis auf wenige extreme Ausnahmen, nicht zensieren sondern immer benennen dürfen. Ob das Hinterbliebene weh tut ist kein wirkliches Argument. Sonst müssten ja Worte wie Herzinfarkt und Krebs komplett verbannt werden.
3. Was soll an der Funktion des Herzens
Friedrich der Streitbare 01.02.2013
schwer verständlich sein ? Es pumpt das Blut durch die Adern. Oder meinte der Auto etwa die "Funktionsweise" ? Sprachliche Präzision wäre bei einem Journalisten schon ganz nett.
4. Was meinten Sie mit Auto?
mischpot 05.02.2013
und sprachlicher Präzision?
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