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Sicherheit: Deutsche Archäologen stoppen Arbeit in Ägypten

Ägyptens antike Schätze sind durch das Chaos in dem Land zunehmend bedroht. Das Militär hat allein im Altertümer-Museum in Kairo rund 50 mutmaßliche Plünderer festgenommen. Das Deutsche Archäologische Institut hat seine Arbeit in Ägypten vorerst eingestellt.

Soldaten vor dem Altertümer-Museum in Kairo: Dutzende Plünderer festgenommen Zur Großansicht
Getty Images

Soldaten vor dem Altertümer-Museum in Kairo: Dutzende Plünderer festgenommen

Kairo/Berlin - Das Ägyptische Museum in Kairo ist mehrfach zum Ziel von Plünderern geworden: Kriminelle nutzten offenbar das Chaos in der Hauptstadt, um in das Museum einzubrechen, das vollgestopft ist mit unschätzbar wertvollen Artefakten aus Ägyptens Vergangenheit. Die Eindringliche rissen die Köpfe zweier Mumien ab. Selbst Stücke aus der unmittelbaren Nähe des Grabschatzes des legendären Pharaos Tutanchamun blieben nicht verschont.

Inzwischen haben Soldaten rund 50 Männer bei dem Versuch festgenommen, in das Museum zu gelangen. Am Sonntag seien etwa 35 Einbrecher geschnappt worden, am Montag seien es 15 weitere gewesen. Das Militär hat nach eigenen Angaben mittlerweile starke Schutzmaßnahmen ergriffen: Auf dem Dach des Gebäudes seien Scharfschützen in Stellung gegangen, Dutzende Soldaten patrouillierten auf dem Gelände. Um das Museum und seine Schätze zu schützen, hätten die Soldaten Schießbefehl.

Zahi Hawass, Chef von Ägyptens Altertümerbehörde und frisch ernannter Minister, bezeichnete das Museum als gut geschützt. Die beschädigten Artefakte könnten restauriert werden. "Wenn das Museum sicher ist, ist Ägypten sicher", sagte Hawass.

Das aber scheint man in Deutschland anders zu sehen. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) hat seine Grabungsarbeiten in dem Land vorübergehend eingestellt. In Luxor und Assuan seien die Archäologen aus Deutschland nicht mehr vor Ort, sagte eine DAI-Sprecherin am Montag in Berlin. In der Niederlassung in Kairo seien die Sicherheitsmaßnahmen aus Sorge um Plünderungen erhöht worden, ein Mitarbeiter halte rund um die Uhr die Stellung. Für das DAI arbeiten in Kairo acht fest angestellte Mitarbeiter sowie zur Zeit rund 30 weitere Wissenschaftler. Viele Experten aus Deutschland seien nun zum eigenen Schutz in Wohnungen zusammengezogen.

Die geschäftsführende Direktorin des Ägyptologie-Seminars der Universität Köln, Françoise Labrique, sagte am Montag, der Kontakt zu einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin in Kairo sei abgebrochen. Die ägyptische Regierung hatte das Handynetz und den Internetzugang gekappt. "Ich mache mir Sorgen, weil sie nicht erreichbar ist", sagte Labrique. Die Professorin selbst hatte Mitte Februar neue Forschungsprojekte in Ägypten beginnen wollen. Ob dies nun geschehe, sei fraglich.

Die Universität Münster behält eine Studentin in Deutschland, die in diesen Tagen zu einem wissenschaftliches Projekt nahe Assuan aufbrechen sollte, wie das Institut für Ägyptologie und Koptologie mitteilte. Auch das Ägyptologie-Seminar in Bonn möchte jede Gefahr ausschließen: Nach Angaben einer Sprecherin wartet das Institut die Entwicklungen zunächst ab, bis neue Grabungen in dem Land geplant werden.

Für Studenten der Universität Leipzig liegen wegen der Unruhen in Ägypten geplante Forschungen ebenfalls auf Eis. Mehrere Studenten hätten zum 1. Februar ihre Tätigkeit für das DAI in Kairo beginnen sollen, sagte der Kustos des Ägyptischen Museums der Universität Leipzig, Dietrich Raue. Die Grabungen, zu denen die Studenten eingeladen waren, seien vorerst gestoppt worden.

Dass die Sorge um die Sicherheit nicht ganz unbegründet ist, zeigt ein Vorfall im südägyptischen Luxor: Anwohner vertrieben mit Gewalt eine Gruppe von Dieben, die offenbar Stücke aus dem Lagerhaus des berühmten Tempels von Karnak stehlen wollten. Obwohl die Langfinger mit Schusswaffen und Messern bewaffnet gewesen seien, hätten die Anwohner fünf von ihnen überwältigt und festgehalten.

mbe/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Zahi Hawass
hdudeck 31.01.2011
Ich hoffe nur, das mit dem Regim auch Zahi Hawass hinweg gefegt wird. Anstatt in jeder Sendung, die mit Altertuemern zu tun hat, aufzutreten, haette der sich besser um den Schutz der Altertuemer kuemmern sollen. Aber sein grosses Ego passt besser zum Medien Star als zum Bewarer der Altertuemer. Seit er nun auch Minister ist, kann man wieder Hoffnung haben, in der Zukunft von den (teilweise Bloedsinningen) Kommentaren diese Herrn unbelaestig zu sein. HD NY
2. Hoffentlich ...
MünchenerKommentar 31.01.2011
... spendieren sie denjenigen Mitarbeitern, die da rund um die Uhr aufpassen auch ein bisschen Unterstützung. Z.B. in Form einer Maschinenpistole oder so ... Sonst ist das kein angenehmer Job.
3. nee
loeweneule, 31.01.2011
Zitat von MünchenerKommentar... spendieren sie denjenigen Mitarbeitern, die da rund um die Uhr aufpassen auch ein bisschen Unterstützung. Z.B. in Form einer Maschinenpistole oder so ... Sonst ist das kein angenehmer Job.
Wächter an archäologischen Stätten mit Maschinenpistolen habe ich in Ägypten schon vor Jahren gesehen. Es waren Armeeangehörige, die dort allerdings wohl in erster Linie für die Sicherheit der Touristen hingestellt wurden. Waren vielfach sehr junge Burschen, und ich hatte gewisse Sorgen, ob sie im Zweifelsfall wirklich richtig reagieren würden. Allerdings hatte ich das auch hier in Deutschland als Mitarbeiter eines Ministeriums mit Grenzschutzangehörigen, die uns angeblich sichern sollten. Einmal habe ich so einen Knaben angeschissen, weil bei der Eingangskontrolle - ich saß im Auto - die Mündung seiner Knarre mir direkt ins Gesicht zeigte. Das ist ein ganz komisches Gefühl...
4. Schmalspur-Indy
fubert 31.01.2011
Zitat von hdudeckIch hoffe nur, das mit dem Regim auch Zahi Hawass hinweg gefegt wird. Anstatt in jeder Sendung, die mit Altertuemern zu tun hat, aufzutreten, haette der sich besser um den Schutz der Altertuemer kuemmern sollen. Aber sein grosses Ego passt besser zum Medien Star als zum Bewarer der Altertuemer. Seit er nun auch Minister ist, kann man wieder Hoffnung haben, in der Zukunft von den (teilweise Bloedsinningen) Kommentaren diese Herrn unbelaestig zu sein. HD NY
Ja, es wäre schön, wenn die ägyptische Archäologie in Zukunft ohne Indy-Jones-Allüren auftreten und agieren würde. Dann könnte man sogar bis zu einer Rückgabe mancher Artefakte an den (zukünftigen) ägyptischen Staat weiterdenken, ohne dass sich alle Nackenhaare sträuben.
5. Sicherheit: Deutsche Archäologen stoppen Arbeit in Ägypten.
Löber 01.02.2011
Zitat von hdudeckIch hoffe nur, das mit dem Regim auch Zahi Hawass hinweg gefegt wird. Anstatt in jeder Sendung, die mit Altertuemern zu tun hat, aufzutreten, haette der sich besser um den Schutz der Altertuemer kuemmern sollen. Aber sein grosses Ego passt besser zum Medien Star als zum Bewarer der Altertuemer. Seit er nun auch Minister ist, kann man wieder Hoffnung haben, in der Zukunft von den (teilweise Bloedsinningen) Kommentaren diese Herrn unbelaestig zu sein. HD NY
Vollkömmen am Thema vorbei! Zahi Hawass ist ein anerkannter Fachmann für ägyptische Altertümer. Seine Forderungen sind meines Erachtens vollkommen richtig. Wie Sie schreiben, blödsinnigen Kommentaren habe ich noch nichts mit bekommen.
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Fluggesellschaften
Lufthansa: Sonder-Telefonnummer, unter der Flüge ausschließlich ab Kairo gebucht werden können +49-30-50570341

Ab sofort können freie Plätze auf Flügen von Air Berlin und Condor von Scharm el-Scheich, Hurghada und Marsa Alam nach Deutschland gebucht werden.
Air Berlin: www.airberlin.com oder per Telefon unter +49-1805-737 800
Condor: www.condor.com oder per Telefon unter +49-180-5767757
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