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Sieben neue Weltwunder: Ägypten missfällt Abstimmung über Pyramiden

Seit sieben Jahren suchen sieben Architekten nach sieben neuen Weltwundern. Nur einer der antiken Prachtbauten steht noch: die Pyramiden von Gizeh in Ägypten. Dass die sich jetzt auch dem Wettbewerb stellen sollen, ärgert Ägyptens Offizielle.

Die Pyramiden von Gizeh "leben weltweit in den Herzen der Menschen und brauchen keine Zustimmung, dass sie zu den Sieben Weltwundern gehören", sagte Zahi Hawass, Vorsitzender von Ägyptens Oberstem Rat für Altertümer zur staatlichen Middle East Nachrichtenagentur. Er reagiert damit auf den Besuch von den Organisatoren der "New 7 Wonders of the World" - der sieben neuen Weltwunder.

Im Jahr 2000 hatte der Schweizer Autor Bernard Weber unter dem Motto "Unser Erbe ist Eure Zukunft" die weltweite Online-Kampagne "New 7 Wonders of the World" initiiert. In einer Abstimmung im Netz reduzierten rund 20 Millionen Teilnehmer die Liste der vorgeschlagenen Monumente auf 77 Bauten, eine Jury aus sieben internationalen Architekten unter Vorsitz des ehemaligen Unesco-Generaldirektors Federico Mayor ermittelte daraus 21 Finalisten.

Jetzt reist Weber mit seinem Team durch die Welt und besichtigt die 21 ausgewählten Objekte. Neben der Chinesischen Mauer, der Freiheitsstatue in New York, dem indischen Taj Mahal, dem Eiffelturm in Paris und Perus Machu Picchu stehen auch die Pyramiden von Gizeh auf der Liste. Doch im Gegensatz zur freundlichen Aufnahme in den meisten Ländern, hat Ägypten dem Team offenbar die kalte Schulter gezeigt.

Als die Gruppe in der Nähe der Grabbauten eine Pressekonferenz abhalten wollte, genehmigte die Polizei das nach Angaben von Webers Sprecherin Tia Viering nicht. "Ägyptens Reaktion hat uns schockiert", sagte Viering. "Es geht uns nicht darum, etwas wegzunehmen, sondern vielmehr Altes in moderne Zeiten holen."

Zahi Hawass ist hingegen der Auffassung, dass der Wettbewerb keinerlei wissenschaftlichen oder offiziellen Hintergrund hat. Auch Kulturminister Farouk Hosni nennt die Abstimmung "Unfug" und "bedeutungslos", da die Pyramiden das wichtigste und älteste Wunder der Welt seien.

In der Tat existieren von den sieben Weltwundern der Antike, zu denen der Koloss von Rhodos und die Hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon gehören, nur noch die riesigen Grabstätten vor den Toren von Kairo. Die übrigen zerbröckelten im Lauf der Zeit, sie fielen Kriegen oder Naturkatastrophen zum Opfer.

Die neuen sieben Weltwunder will Weber im Juli 2007 nach einer erneuten Abstimmung im Internet in Lissabon bekannt geben.

hei/AP

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