Speed-Dating Große Auswahl überfordert Singles

Speed-Dating als der schnelle Weg zum Liebesglück? Nicht, wenn die Zahl der potentiellen Partner zu groß ist, meinen britische Forscher. Sie haben Schnell-Kennenlern-Veranstaltungen ausgewertet und kommen zu dem Schluss: Wer zu viel will, ist leichter verwirrt.

Szene aus dem Film "Shoppen": Neun Frauen, neun Männer - und ein Ziel
DPA

Szene aus dem Film "Shoppen": Neun Frauen, neun Männer - und ein Ziel


Ein großer weißer Raum, sterile Beleuchtung, zwei Reihen Holzstühle. Auf der einen Reihe neun Frauen, auf der anderen neun Männer. Fünf Minuten, die Stoppuhr läuft. So lange hat jeder Zeit, um sich paarweise mit seinem Gegenüber zu unterhalten. Großstadtsingles beim Speed-Dating, das ist das Hauptmotiv des deutschen Spielfilms "Shoppen", der mit seinen Dialogen das Publikum begeisterte.

Etwa so: "Ich such die Liebe, die einzige große wahre Liebe." "Da hast du dir ja einiges vorgenommen." Oder so: "Was war die größte Überraschung in deinem Leben?" "Ich bin in Partenkirchen geboren. Da gibt's keine Überraschungen." Oder auch so: "Meine Treffen enden im Bett und nicht vorm Fernseher. Dabei wäre das alles, was ich mir wünsche."

Die Qual der Wahl für Singles bei der Partnersuche - im Jahr 2007 Stoff für einen Film, jetzt Gegenstand einer Untersuchung von britischen Forschern: Alison Lenton von der University of Edinburgh und Marco Francesconi von der University of Essex haben analysiert, wann die Partnersuche beim Speed-Dating erfolgreicher ist. Im Fachmagazin "Biology Letters" kommen sie zu einem überraschenden Ergebnis: Je größer und unterschiedlicher die Vielfalt bei den Objekten der Begierde ist, desto kleiner stehen die Chancen, den Traumpartner zu finden.

Dabei gehen die meisten Singles vom Gegenteil aus. Doch bei den Kurz-Dates von nur etwa drei Minuten Dauer ist weniger offensichtlich mehr. Denn wer sich zwischen vielen und dazu auch noch sehr unterschiedlichen potentiellen Partnern entscheiden muss, ist schnell verwirrt und überfordert, schreiben Lenton und Francesconi.

Die Psychologin und der Ökonom hatten die Verabredungen der Teilnehmer von insgesamt 84 Speed-Dating-Veranstaltungen ausgewertet. Nach den Minuten-Dates mussten die Singles innerhalb von 48 Stunden der Speed-Dating-Agentur mitteilen, wen sie gern wiedersehen möchten und wen nicht.

Wenn sich die potentiellen Partner hinsichtlich Faktoren wie Alter, Größe, Gewicht, Beruf und Religion stark unterscheiden, überfordere das die Singles bei der Auswahl. Je größer und unterschiedlicher die Auswahl der teilnehmenden Speed-Dater, desto kleiner ist der Studie zufolge die Zahl der anschließenden Verabredungen. Häufig seien die Speed-Dater so verwirrt gewesen, dass sie sich gar nicht entscheiden konnten und die Finger gänzlich vom möglichen Traumpartner ließen, erklärten die Forscher.

cib/dpa



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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
own_brain_user 02.03.2011
1. Ueber was man alles forschen kann ...
Ich haette da noch eine Idee. Vielleicht sponsert SPON ja mal ein Forschungsprojekt in vergleichender Talkshowistik.
lakechamplainer 02.03.2011
2. Als Ich Jung War
Als ich jung war, hatten wir so etwas wie Speed-Dating. Es hiess "zu einem Tanz gehen".
DonCarlos 02.03.2011
3. Filmtipp
Zitat von sysopSpeed-Dating als der schnelle Weg zum Liebesglück? Nicht, wenn die Zahl der potentiellen Partner zu groß ist, meinen britische Forscher.*Sie haben*Schnell-Kennenlern-Veranstaltungen ausgewertet und kommen zu dem Schluss: Wer zu viel will, ist leichter verwirrt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,748557,00.html
Da kann ich nur mit einem "Zitat" aus dem Film Antworten: "Ich habe einfach alle angekreuzt."
hollo43 02.03.2011
4. Ist das nicht ein wenig trivial?
Zitat von sysopSpeed-Dating als der schnelle Weg zum Liebesglück? Nicht, wenn die Zahl der potentiellen Partner zu groß ist, meinen britische Forscher.*Sie haben*Schnell-Kennenlern-Veranstaltungen ausgewertet und kommen zu dem Schluss: Wer zu viel will, ist leichter verwirrt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,748557,00.html
Zumindest in dieser Pauschalität. Spannender würde es, wenn man zu differenzierteren Ergebnissen kommen würde. Steht vermutlich in der Studie, aber nicht im Artikel.
richardhochstaedter 16.06.2011
5. Was kann man auch schon erwarten
Was kann man auch schon erwarten, wenn man sich nur für drei Minuten in so einer künstlichen Atmosphäre unterhält. Interessanter stelle ich mir die anschließenden "normalen Treffen" vor.
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