Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Spürhunde erkunden indianisches Tal der Toten

Weil Hunde auch vor Jahrhunderten vergrabene Knochen aufspüren können, durchsucht ein Team mit Hilfe der tierischen Spürnasen einen indianischen Begräbnisplatz in Kalifornien. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: ein mysteriöser Kuh-Kult und Goldmünzen, die gar keine sind.


Feine Nase: Spürhund beim Training
Institute for Canine Forensics

Feine Nase: Spürhund beim Training

+++ Archäologische Leichenspürhunde +++

Dass Leichenspürhunde bei der Suche nach Vermissten eingesetzt werden, ist kein ungewöhnlicher Anblick. Doch wie alt können die Knochen sein? Wie stark müssen sie noch nach Knochen riechen, damit die feinen Hundenasen sie aufspüren können? Die Antwort ist: Die Knochen können verdammt alt sein.

Im kalifornischen Ocotillo ist derzeit eine Hundestaffel im Einsatz, deren Tiere auf das Aufspüren von Knochen in archäologischen Kontexten spezialisiert sind. Sie untersuchen ein Gelände, auf dem ein Windpark entstehen soll, auf Begräbnisse der Stämme der Kumeyaay, der Cocopah und der Quechan. Die Indianer nennen das Gelände "Tal der Toten" - es ist voll von Scheiterhaufen, auf denen ihre Vorfahren die Toten verbrannten.

Eine Stelle gilt als Fundort, wenn mindestens zwei Hunde sie anzeigen. Die Hunde melden den Fund von alten Knochen mit ihrer Körpersprache. Zum Beispiel schnüffeln sie intensiv an einer Stelle und setzen sich dann dort hin. Im Laufe eines Tages konnte die Hundestaffel so 32 Stellen finden, an denen menschliche Überreste liegen. Die Ausbildung gleicht derjenigen für Leichenspürhunde, nur wird statt mit frischen menschlichen Überresten mit entsprechend alten Knochen und Zähnen trainiert.



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.