Die Meldung sorgte im September 2011 weltweit für Aufsehen: Die amerikanische Bergungsfirma Odyssey Marine Exploration hatte den Fund der SS "Gairsoppa" vor der Küste Irlands bekanntgegeben. Der 125 Meter lange Frachter war im Februar 1941 von einem deutschen U-Boot versenkt worden. An Bord befanden sich Tee, Roheisen - und geschätzte 240 Tonnen Silber. Aktueller Marktwert: mehr als 170 Millionen Euro.
Jetzt hat das Unternehmen begonnen, den Schatz zu bergen - es wäre einer der größten in der Seefahrtsgeschichte. Man habe bereits 48 Tonnen Silber gehoben, teilte ein Sprecher von Odyssey mit. Das aber sei erst der Anfang: Die "Gairsoppa" habe knapp 112 Tonnen versicherter Silberbarren an Bord gehabt. Nachforschungen hätten ergeben, dass insgesamt mit rund 240 Tonnen zu rechnen sei. Ob dieses zusätzliche Silber tatsächlich an Bord ist, sei aber derzeit unklar.
Odyssey kann 80 Prozent des Schatzes behalten
Selbst das ist nicht der größte Schatz, den Odyssey bisher entdeckt hat. 2007 hatte die Firma die spanische Galeone "Nuestra Señora de las Mercedes" aufgespürt. Sie war 1804 auf dem Rückweg aus Südamerika vor der Küste Portugals in der Nähe von Gibraltar von britischen Kriegsschiffen versenkt worden - zusammen mit einer gigantischen Menge an Silber und Gold.
Odyssey hob das Edelmetall im Wert von rund 380 Millionen Dollar - der größte Schatz, der jemals in einem Schiffswrack entdeckt wurde - und brachte ihn nach Florida, ohne die spanische Regierung zu informieren. Madrid klagte daraufhin und hatte Erfolg: Im Februar 2012 musste Odyssey den Schatz zurückgeben.
Über das "Gairsoppa"-Projekt hat Odyssey nun einen Vertrag mit der britischen Regierung abgeschlossen, in dem vereinbart sein soll, dass die Bergungsfirma nach Abzug ihrer Kosten 80 Prozent der Schatzsumme behalten darf. Damit dürfte eine Wiederholung des Dramas um die "Nuestra Señora de las Mercedes" ausgeschlossen sein.
"Das war eine komplexe Operation", sagte Odyssey-Geschäftsführer Greg Stemm nach der Bergung der ersten 48 Tonnen Silber. Das Wrack der "Gairsoppa" liege in einer Tiefe von immerhin rund 4700 Metern. Dennoch sei die "chirurgische Entnahme der Barren aus gesicherten Bereichen des Schiffs" gelungen.
mbe/Reuters
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