Stählerne Beine Skorpion-Roboter soll auf dem Mars klettern

Ein seltsames Paar könnte sich eines Tages auf der Marsoberfläche herumtreiben: ein schwerer, beräderter Forschungsroboter und sein agiler Kumpan, der auf flinken Stahlbeinchen in Höhlen kriecht. Diesen Skorpion-Roboter testet die Nasa gerade - entwickelt wurde er in Bremen.

Von Mirko Herr




Skorpion-Roboter: Hindernisse halten ihn kaum auf
Uni Bremen

Skorpion-Roboter: Hindernisse halten ihn kaum auf

Derzeit stakst der Skorpion noch allein durch raues Gelände. Forscher am kalifornischen Ames Research Center der Nasa erproben seine Fähigkeiten und hoffen, mit dem neuartigen Roboter in Zukunft ferne Planeten besser erkunden zu können. "Die Software des Skorpions hat eine Flexibilität, die es ihm erlaubt, sich an die Umwelt anzupassen", erklärte Nasa-Forscher Silvano Colombano.

Entworfen und gebaut hat das Gerät Frank Kirchner, Leiter der Arbeitsgruppe Robotik an der Uni Bremen. Dabei hat er vor allem der Natur auf die Finger geschaut: "Wir ließen uns von echten Skorpionen inspirieren", sagte er gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Diese Tiere haben kein Großhirn, verfügen also nur über wenig Rechenpower. Und doch bewegen sie sich problemlos im fremden Gelände."

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Stählerne Beine: Skorpion-Roboter soll auf dem Mars klettern

Um die 24 Gelenke des achtbeinigen Roboters zu koordinieren, kopierte Kirchner in seiner Software die reflexartige Steuerung der Namensvettern aus dem Tierreich. Dennoch hat der Skorpion ein Problem: Er kann keine schweren Batterien mit sich tragen. Deshalb soll er im Weltraum ein Team mit einem größeren Rover bilden. "Wie ein Symbiont würde der Skorpion auf dem Rücken des Rovers sitzen", so Kirchner. Trifft der fahrbare Untersatz auf unwegsames Gelände, klettert der Skorpion herab und startet seine Erkundung.

"Der Laufroboter trägt Sensoren oder auch eine Kamera. Außerdem soll er ein Greiforgan bekommen, um damit Gesteinsproben aufzunehmen." Währenddessen wird er immer mit dem Rover in Funkkontakt stehen. Wenn die beiden verbunden sind, darf der Rover die Sensoren des Skorpions zusätzlich zu den eigenen mitnutzen.

Doch auch auf der Erde gäbe es reichlich Einsatzmöglichkeiten für einen geländegängigen Laufroboter, der in der Lage ist, selbstständig auf seine Umwelt zu reagieren. Einsätze wären denkbar in gefährlichen Umgebungen, bei der Suche nach Verschütteten oder bei der Erkundung von Bergwerken und Stollen.



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