Steile These Klang-Trick soll für Stonehenge-Bau gesorgt haben

Was hat die Urahnen der Briten dazu gebracht, vor 5000 Jahren die Steinsäulen von Stonehenge aufzustellen? An dieser Frage arbeiten sich Archäologen seit langem ab. Eine neue Theorie besagt nun, dass der Bau eine Frage des Sounds gewesen sein könnte.

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Vancouver - Die Kultstätte Stonehenge fasziniert die Menschheit seit Tausenden von Jahren. Auch zeitgenössische Wissenschaftler inspirieren die Steinsäulen immer wieder - manchmal auch zu etwas steileren Thesen. Steven Waller, ein unabhängig forschender Experte für archäologische Akustik, glaubt nun, dass ein akustisches Phänomen einst den Anlass für den Bau gegeben haben könnte.

Seine These stellte er nun auf dem Jahreskongress des US-Wissenschaftsverbandes AAAS in Vancouver vor: Demnach haben Schallwellen, die sich gegenseitig verstärken und aufheben, die Erbauer der Steinkreise im Süden von England vor rund 5000 Jahren beeinflusst.

Wallers Theorie basiert auf Experimenten mit zwei Flöten in Stonehenge. Die Instrumente erklangen längere Zeit im selben Ton. Dabei zeigte sich, dass die gemessene Lautstärke auf dem Platz anstieg oder abnahm, je nachdem wie sich die Schallwellen gegenseitig überlagerten.

Waller ging im Kreis um die beiden Flöten herum, so wie sich die Menschen in Stonehenge vor Tausenden von Jahren schon zur Musik bewegt haben könnten. Dabei habe er aufgrund dieses Phänomens an einigen Stellen im Kreis keinen Ton mehr gehört, erklärte er.

"Wie eine Vision, die ihnen das Jenseits schickt"

Dieser Effekt habe auf die Stonehenge-Erbauer vermutlich eine starke mystische Wirkung ausgeübt - vermutet zumindest Waller. Das damals noch unerklärliche Phänomen hätte demnach die Architekten der gewaltigen Anlage inspiriert.

Waller erklärte, auch Testpersonen hätten den Effekt bestätigt. Ihnen habe er die Augen verbunden, bevor er sie im Kreis herumführte. Sie hätten ihm anschließend von dem Gefühl berichtet, an Plätzen der Stille durch Säulen vom Klang der Flöten abgeschnitten zu sein. Die gleiche akustische Wahrnehmung dürften auch die Menschen gehabt haben, die vor Tausenden von Jahren in Stonehenge Instrumenten lauschten, tanzten oder Rituale ausübten, folgerte Waller.

Dies dürfte wie ein Wunder auf sie gewirkt haben, "wie eine Vision, die ihnen das Jenseits schickt." Deshalb hätten die Erbauer die Steinblöcke genau so angeordnet, wie es ihnen das Muster der akustischen Interferenz vorgab, spekulierte Waller.

Wie gesagt: Seine Theorie ist eine von vielen, die das Rätsel von Stonehenge erklären will. Und es wird nicht die letzte sein.

chs/dpa



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Seite 1
mensch0817 17.02.2012
1. krude These
Naja, ganz so groß kann das Expertentum nicht sein. Die teilweise Auslöschung oder Verstärkung hängt vom Verhältnis der Wegstrecken zwischen dem Hörer und den Schallquellen ab. Angenommen, beide Schallquellen senden mit gleicher Phasenlage, dann kommt es bei Wegdifferenzen von einer halben Wellenlänge zur Auslöschung, bei Differenzen von einer ganzen Wellenlänge zur Verstärkung. Und weil dieser Effekt völlig unabhängig davon ist, auf welchem Feld die Flöten gespielt werden, bleibt die Frage offen, warum die Erbauer ihr Werk nicht beispielsweise an der Südenglischen Steilküste erbaut haben.
hererjack 17.02.2012
2. naja
Zitat von sysopGetty ImagesWas hat die Urahnen der Briten dazu gebracht, vor 5000 Jahren die Steinsäulen von Stonehenge aufzustellen? An dieser Frage arbeiten sich Archäologen seit langem ab. Eine neue Theorie besagt nun, dass der Bau eine Frage des Sounds gewesen sein könnte. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,816030,00.html
wenn man sich die menscheheitsgeschichte mal so betrachtet passt als Theorie viel eher das es eine art Kampfarena oder Gefängnis gewesen ist ;) maximal noch ein von ur-Druiden erbauter Opferkreis oder so etwas. Aber das dort Menschen 3000 Jahre vor Christus sich solche mühe machen die Steine dort auf zu stellen nur um besser Flöte spielen zu können glaubt ihr doch nicht ernsthaft oder?^^ Da gefällt mir sogar die Ufo-Landebahn Theorie noch besser als das...
Ursprung 17.02.2012
3. Nischenthema pushen?
Zitat von sysopGetty ImagesWas hat die Urahnen der Briten dazu gebracht, vor 5000 Jahren die Steinsäulen von Stonehenge aufzustellen? An dieser Frage arbeiten sich Archäologen seit langem ab. Eine neue Theorie besagt nun, dass der Bau eine Frage des Sounds gewesen sein könnte. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,816030,00.html
Das erscheint noch etwas duenne, wenn auch nicht unmoeglich. Kann auch Zufall sein. Warum ueberhaupt 2 Floeten, die ohnehin schon Toninterferenzen ganz ohne Steine erzeugen koennten? Und was ist mit der Aenderung der Steine im Verlaufe von 5000 Jahren Verwitterung und den von oben heruntergefallenen Kreisboegen? Eine Akustik muesste schon deshalb heute eine ganz andere sein. Oder will da nur jemand sein wissenschaftliches Nischenthema ein bisschen pushen?
7eggert 17.02.2012
4. Neue Theorie?
Der Effekt wurde schon in der Styropor-Kopie zu Stonehenge überprüft. Stonehenge - England - MINDSPECTRA FORUM: Neue Archäologie und Wissenschaft (http://www.mindspectra.de/community/37-stonehenge.html)
KTScholz 17.02.2012
5.
Zitat von 7eggertDer Effekt wurde schon in der Styropor-Kopie zu Stonehenge überprüft. Stonehenge - England - MINDSPECTRA FORUM: Neue Archäologie und Wissenschaft (http://www.mindspectra.de/community/37-stonehenge.html)
Dieser Effekt tritt sogar ohne Stonehenge auf, nennt sich Interferenz von Schallwellen. Es gibt Minima und Maxima. Wenn das wirklich die ganze "Entdeckung" sein soll, ist das reichlich blöd.
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