Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Steinzeit-Bauern: Europäer nutzten schon vor 7500 Jahren Dünger

Weizen auf einem Feld: Seit Jahrtausenden kultivierte Pflanze Zur Großansicht
DPA

Weizen auf einem Feld: Seit Jahrtausenden kultivierte Pflanze

Schon lange versuchen Menschen, mit Hilfe von künstlicher Bewässerung und Dünger dem Boden möglichst viel Ertrag abzuringen. Funde quer durch Europa zeigen: Die Landwirtschaft entwickelte sich hier erstaunlich früh.

Landwirtschaft mit Dünger und künstlicher Bewässerung wurde in Europa schon früher betrieben als bislang bekannt. Bereits vor mehr als 7500 Jahren versuchten Menschen auch in Deutschland, ihre Erträge mit natürlichem Dünger zu steigern, wie eine Studie im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" zeigt.

Die Forscher um die Archäologin Amy Bogaard von der britischen University of Oxford untersuchten unter anderem Getreidefunde aus der Jungsteinzeit, die aus 13 Siedlungen in sechs europäischen Ländern stammen. Neben Proben aus Großbritannien analysierten sie weitere aus Dänemark, Deutschland, Ungarn, Bulgarien und Griechenland.

An den meisten Fundorten enthielten die Kulturpflanzen, darunter Emmer und Gerste, einen hohen Anteil des Stickstoff-Isotops N15, was die Wissenschaftler als Hinweis auf Düngung interpretieren. Aus dem Verhältnis unterschiedlicher Kohlenstoff-Isotope schließen die Wissenschaftler außerdem, dass die Bauern in Bulgarien und Griechenland damals schon ihre Felder künstlich bewässerten.

7500 Jahre alte Funde aus Vaihingen

"Wir sind überrascht, dass die Felder schon damals gedüngt worden sind", sagt Ursula Maier vom Landesamt für Denkmalpflege in Baden-Württemberg in Hemmenhofen am Bodensee. Ihre Behörde hatte Getreideproben von Grabungsstätten in Vaihingen/Enz bei Stuttgart und Hornstaad-Hörnle am Bodensee für die Studie beigesteuert. Die Funde aus Vaihingen sind bis zu 7500 Jahre alt, das Getreide vom Bodensee wurde vor rund 6000 Jahren angebaut.

Die Bauern düngten ihre Felder damals mit Tiermist, sagt die Archäobotanikerin. Unklar sei aber noch, von welchen Tieren die Ausscheidungen stammen. Denkbare Düngerlieferanten seien Rinder, Schafe oder Ziegen.

Mit dem geernteten Getreide - überwiegend Weizen und Gerste - haben die Menschen damals laut Maier vor allem Brei gekocht. Gebackene Brotfladen seien eher die Ausnahme gewesen.

wbr/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: