Zeremonie in London Hawkings Familie verlost Tickets für Beerdigung

Er war ein Popstar der Physik. Wenn die Asche von Stephen Hawking im kommenden Monat bestattet wird, dürfte es also voll werden. Deswegen hat seine Familie nun eine bemerkenswerte Aktion gestartet.

Stephen Hawking (im Juli 2017 in Cambridge)
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Stephen Hawking (im Juli 2017 in Cambridge)


Es wird eine pompöse Zeremonie. Am 15. Juni wird Ausnahmephysiker Stephen Hawking in der Westminster Abbey in London bestattet. Seine Asche soll in der Nähe der Gräber von Charles Darwin und Isaac Newton beigesetzt werden. Hawking hatte ab 1979 den renommierten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Cambridge inne - und stand damit in Newtons Nachfolge.

Hawking war Atheist und hat nach eigenem Bekunden nie an ein Leben nach dem Tod geglaubt. Das Interesse an seiner Beerdigung, die religiöse und nichtreligiöse Menschen ansprechen soll, dürfte groß werden. Die Familie von Hawking hat sich deswegen nun entschieden, 1000 Eintrittskarten im Rahmen einer Lotterie zu verlosen.

Dafür wurde eine eigene Webseite eingerichtet, die Teilnahme kostet nichts. Allerdings war die Webseite am Mittwochmorgen teils nicht zu erreichen, womöglich waren die Server überlastet.

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Stephen Hawking: Genie und Popstar

Nach der Zeremonie soll die Kirche für die Öffentlichkeit geöffnet sein. So sollen auch diejenigen dem Forscher ihren Respekt bezeugen können, die bei der Lotterie nicht erfolgreich waren.

Hawking war am 14. März im Alter von 76 Jahren in Cambridge gestorben. Er gilt als einer der bedeutendsten Physiker unserer Zeit. Der Forscher hatte an der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) gelitten. Er war jahrzehntelang fast völlig bewegungsunfähig und saß im Rollstuhl.

Seine letzte Forschungsarbeit war in der vergangenen Woche veröffentlicht worden. Sie war als Gemeinschaftsarbeit mit dem belgischen Wissenschaftler Thomas Hertog von der Katholischen Universität Löwen entstanden. In dem Aufsatz befassen sich die Forscher mit der sogenannten Inflation. Damit bezeichnen Kosmologen das Phänomen, dass sich unser Universum wenige Sekundenbruchteile nach dem Urknall extrem schnell aufgebläht haben muss.

Die beiden Forscher kommen nach Hochschulangaben in ihrer Arbeit zu dem Schluss, dass unser Universum nicht unendlich "und viel einfacher ist, als viele Urknalltheorien es aussagen".

chs/AP



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