Warnung vor "globaler Revolte" Stephen Hawkings letzte Botschaft an die Menschheit

Vor seinem Tod hat sich Stephen Hawking noch einmal zum Geschehen auf der Erde geäußert - erst jetzt wurde das Statement des Wissenschaft-Stars bekannt. Darin geht es auch um Donald Trump und den Brexit.

Astrophysiker Stephen Hawking im Mai 2017
Philip Toscano/PA Wire/dpa

Astrophysiker Stephen Hawking im Mai 2017


Am Dienstag erscheint das letzte Buch des verstorbenen Astrophysikers Stephen Hawking. Bei einer Presseveranstaltung zu dem Werk mit dem Titel "Brief Answers To The Big Questions" wurde nun die vermutlich letzte Einschätzung des Wissenschaft-Stars zur Situation der Welt bekannt.

Wissenschaft und Bildung seien stärker in Gefahr als je zuvor, hatte Hawking demnach kurz vor seinem Tod im März 2018 gewarnt. In diesem Zusammenhang sprach er auch über die Wahl von US-Präsident Donald Trump und die Entscheidung der Briten aus dem Jahr 2016, aus der Europäischen Union auszutreten. Es handele sich um "eine globale Revolte gegen Experten. Und das schließt Wissenschaftler ein", so Hawking.

Gleichzeitig ermunterte der Physiker junge Menschen, "hoch zu den Sternen zu schauen und nicht runter zu ihren Füßen". Sie sollten versuchen, Erklärungen für das zu finden, was sie sehen, und sich fragen, was dafür sorgt, dass das Universum existiert. "Es ist entscheidend, dass ihr nicht aufgebt. Lasst eurer Vorstellungskraft freien Lauf. Gestaltet die Zukunft", so Hawking.

Tränen in den Augen

In diesem Zusammenhang verwies er auf die Herausforderungen und Gefahren der kommenden Jahre und Jahrzehnte: Die Erderwärmung, das Bevölkerungswachstum, das Artensterben, die Abholzung von Wäldern und die Schädigung der Ozeane.

Hawking lebte mehr als 50 Jahre mit der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose ALS, durch die er gelähmt war und nur mithilfe eines Computers sprechen konnte. Seine Tochter Lucy nahm auch an der Buchpräsentation teil und beschrieb es als "sehr emotional", die charakteristische Computerstimme ihres Vaters wieder zu hören.

Sie habe sich abwenden müssen, weil sie Tränen in den Augen hatte. "Manchmal fühlt es sich an, als wäre er immer noch da. Wir sprechen über ihn, wir hören seine Stimme, sehen Bilder von ihm. Und dann erinnern wir uns doch, dass er gegangen ist", sagte sie.

Hawking war am 14. März 2018 im Alter von 76 Jahren gestorben. Bereits zu Lebzeiten hatte er immer wieder düstere Prognosen abgegeben. Im Mai 2017 gab er der Menschheit noch 100 Jahre auf der Erde. Damals empfahl er als Ausweg, fremde Himmelskörper zu besiedeln.

Im Juni wurde Hawkings Asche in der Westminster Abbey beigesetzt, zwischen den Gräbern von Charles Darwin und Isaac Newton. Hawking gilt als der größte Wissenschaftler unserer Zeit und der letzte Popstar der Wissenschaft.

jme/AP

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