Stralsund Archäologen finden Steinzeit-Einbaum

In Stralsund haben Forscher einen Einbaum aus der Steinzeit ausgegraben. Mit einem Alter von mindestens 6000 Jahren ist das Lindenholz-Boot in Norddeutschland einzigartig.


Schützendes Nass: Ein Grabungshelfer besprüht den Einbaum mit Wasser
DDP

Schützendes Nass: Ein Grabungshelfer besprüht den Einbaum mit Wasser

Der zwölf Meter lange Einbaum ist nach Angaben von Experten das älteste Bootswrack, das bislang in Norddeutschland ausgegraben wurde. Nur in Dänemark gebe es ähnliche Funde. Hauke Jöns vom Landesamt für Bodendenkmalpflege nannte die Entdeckung des 6000 bis 7000 Jahre alten Holzboots eine "wissenschaftliche Sensation".

Mit dem "Universalfahrzeug der Steinzeit" gingen die Menschen auf Fischjagd, transportierten Gegenstände und fuhren möglicherweise über die Ostsee zu anderen Siedlungen, erklärte der Archäologe Thomas Terberger. Nach der Bergung soll der Einbaum im Archäologischen Landesmuseum in Schwerin in die Nasswasserkonservierung kommen.

Bereits vor zwei Wochen stießen die Archäologen in unmittelbarer Nähe des Strelasunds auf einen steinzeitlichen Küstensiedlungsplatz. Sie fanden bearbeitete Bauhölzer, Kernbeile, Harpunenspitzen und Geweihe, die aus der Zeit der so genannten Erteboelle-Kultur stammen, der letzten Phase der Jäger und Sammler im südwestlichen Ostseeraum.

Eine plötzliche Sturmflut habe vermutlich den Siedlungsplatz überschwemmt, meinen die Wissenschaftler. Die Erdmassen über dem Fundplatz in vier Metern Tiefe hätten die organischen Überreste aus der Steinzeit bis heute konserviert.



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