Psychologie-Studie Erregung dämpft Ekel

Speichel, Schweiß, Sperma: Je nach Situation kann das alles ziemlich eklig sein - oder erregend. Tatsächlich scheint das eine Gefühl das andere zu blockieren, zeigt ein Test mit unerschrockenen Probandinnen.

Ekel gesenkt: "Wichtig für vergnügliches Liebesspiel"
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Ekel gesenkt: "Wichtig für vergnügliches Liebesspiel"


Wenn Frauen sexuell erregt sind, ekeln sie sich nicht so schnell. Niederländische Forscher testeten insgesamt 90 junge Frauen und fanden heraus: Teilnehmerinnen, die einen Softporno gesehen hatten, stuften sich selbst als weniger geekelt ein und erledigten mehr abstoßende Aufgaben als andere. Die Frauen, die nur einen lustigen Sportfilm oder einen neutralen Film gesehen hatten, waren den Wissenschaftlern zufolge schneller und häufiger geekelt. Ältere Untersuchungen hätten schon belegt, dass sich Erregung auf Männer ganz ähnlich auswirke.

"Sex kann schmutzig sein, aber die meisten Menschen scheint das nicht zu stören", schreiben Charmaine Borg und Peter de Jong von der Universität Groningen im Fachblatt "Plos One". Liebesspiel und Ekel seien beide evolutionär von hoher Bedeutung - aber dennoch völlig gegensätzlich assoziiert. Schließlich zählten erotische Mitbringsel wie Speichel, Schweiß, Sperma und Körpergeruch zu den stärksten Ekel-Auslösern. Für die Fortpflanzung sei es somit wichtig, dass sexuelle Erregung die Ekelschwelle senke.

Die Forscher teilten die 90 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren in drei gleichgroße Gruppen auf. 30 Teilnehmerinnen bekamen einen Sexfilm zu sehen, den andere Frauen - in einem Vorversuch - als besonders erregend bewertet hatten. Die zweite Gruppe sah Sportclips, die sie zwar freudig erregen - aber nicht erotisch elektrisieren sollten. Die dritte Gruppe sah neutrale Bilder einer Zugfahrt.

Hände mit dreckigem Taschentuch abwischen

Die Frauen gaben auf einer Skala von eins bis zehn an, wie stark erregt sie sich fühlten. Die Wissenschaftler stellten ihnen dann jeweils 16 abstoßende Aufgaben. So sollten die Frauen beispielsweise aus einer Tasse trinken, in der sich ein totes Insekt befand, sich die Hände mit einem dreckigen Taschentuch abwischen oder einen Vibrator mit Gleitcreme einschmieren. (Das tote Insekt war tatsächlich eine Attrappe und auf dem Taschentuch befand sich lediglich Farbe - aber das wussten die Teilnehmerinnen nicht.)

Die Gruppe erregter Frauen bewertete vor allem die Ekel-Aufgaben, die irgendwas mit Sex zu tun hatten, als weniger abstoßend als die anderen Teilnehmerinnen. Sie erledigten auch die meisten Aufgaben; in den beiden anderen Gruppen wurden mehr Ekel-Tests verweigert.

Die Softporno-Gruppe empfand auch die Aufgaben, die keine sexuellen Assoziationen mit sich brachten, als weniger widerlich, allerdings fiel der Unterschied hier nicht so eindeutig aus.

Die Studie zeige, dass die Auswirkung der sexuellen Erregung auf Ekelgefühle enorm wichtig sei, um ein vergnügliches Liebesspiel zu ermöglichen, schreiben die Forscher.

wbr/dapd



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