Studie Jährlich 65.000 Tote durch Feinstaub

Dieselabgase und andere Feinstäube führen laut einer neuen EU-Studie in Deutschland jedes Jahr zu etwa 65.000 Todesfällen: Die winzigen Staub- und Ruß-Partikel aus Emissionen des Verkehrs, der Industrie oder der Landwirtschaft ließen die Lebenserwartung jedes Europäers im Schnitt um neun Monate sinken.


Autoabgase: Tausende Tote durch Dieselabgase und andere Feinstäube
DPA

Autoabgase: Tausende Tote durch Dieselabgase und andere Feinstäube

München - Die EU-Kommission will nach Angaben der "Süddeutsche Zeitung" eine entsprechende Studie in der kommenden Woche veröffentlichen, um ihren Kampf gegen Luftverschmutzung zu rechtfertigen. Wie die Zeitung schreibt, sterben der Studie zufolge europaweit jährlich 310.000 Menschen vorzeitig an Herz- und Kreislauferkrankungen, die durch entsprechende Emissionen ausgelöst oder zumindest gefördert werden.

Besonders schlecht sei die Luftqualität in Teilen Nordrhein-Westfalens, den Benelux-Staaten, Norditalien und osteuropäischen Ländern. Die Kommission dringe auf die vollständige Umsetzung der beschlossenen EU-Vorgaben, weil die Zahl der Todesfälle dadurch bis 2020 auf etwa 200.000 pro Jahr reduziert werden könne. Seit 1. Januar gelten europaweit Grenzwerte für Feinstäube.

"Alle Grenzwerte müssen eingehalten werden", zitiert die Zeitung EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. "Es ist doch im Interesse der Bürger, dass die Luft sauber ist." Dem Bericht zufolge haben aber zahlreiche deutsche Städte große Probleme mit der Einhaltung der Grenzwerte, nach denen ein Wert von 50 Mikrogramm Staub pro Kubikmeter Luft nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf.

Nach nur eineinhalb Monaten habe eine Messstelle in München bereits 16 Überschreitungen gemeldet, Dortmund habe 13 registriert, Frankfurt 12 und Berlin 10. Folge einer Überschreitung der Vorgaben könnten Tempolimits, Fahrverbot oder Maut für die Innenstadt sein. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) will der Zeitung zufolge Bürger dabei unterstützen, die jeweilige Stadt auf Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung zu verklagen.



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