Studie Verbraucher stehen Gentechnik skeptisch gegenüber


Deutsche Verbraucher stehen laut einer Studie der Gentechnik eher skeptisch entgegen. Die euphorischen Einschätzungen von Industrie und Forschung würden bisher kaum geteilt. Zu diesem Fazit kommt eine am Donnerstag in Dresden vorgestellte Studie im Auftrag der Kommunikationsberatung Kothes Klewes Dresden GmbH. Bei der Umfrage wurden vom Meinungsforschungsinstitut Emnid vom 25. August bis 2. September 1 207 Personen befragt. Ohne offenen gesellschaftlichen Dialog drohe der Gen- und Biotechnik als einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts das zeitweilige Aus, hieß es.

Nur 34 Prozent der Bundesbürger stünden der Anwendung der Gentechnologie in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion positiv gegenüber. Deutlich stärker sei die Akzeptanz bei der Anwendung in Medizin und Pharmazie (bundesweit 64 Prozent), hieß es in der Studie. Bei der Verbesserung der Krebs- und Aids-Therapie und der Entwicklung neuer Impfstoffe seien sogar mehr als 90 Prozent der Befragten mit dem Einsatz der Gentechnik einverstanden. Dagegen sprechen sich laut der Umfrage rund zwei Drittel der Bevölkerung (67 Prozent) gegen das "therapeutische Klonen" von Embryonen aus.

Als Gründe für die geringe Akzeptanz der Gentechnik benennt die Studie vor allem mangelnde Information über die Auswirkungen sowie fehlendes Vertrauen. 62 Prozent der Bundesbürger bezeichneten ihren eigenen Wissensstand zur Gentechnik als "eher schlecht". Nur 1,5 Prozent fühlten sich "sehr gut" informiert. 44 Prozent der Bundesbürger vertraten die Ansicht, normale Tomaten hätten keine Gene. 30 Prozent der Deutschen glaubten zudem, dass der Verzehr einer gentechnisch veränderten Tomate die eigene menschliche Erbsubstanz verändern könne.



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