"Titanic": Bug des Ozeanriesen droht zu zerfallen

Sie liegt in rund 4000 Meter Tiefe. Nach der Entdeckung des Wracks der "Titanic" 1985 hat es immer wieder Tauchgänge hinunter zu dem Ozeanriesen gegeben. Nun entdeckten Taucher, dass der Bug des 1912 gesunkenen Schiffes bald zerfallen könnte.

Speisekarte der "Titanic" vom 14. April 1912
DPA

Speisekarte der "Titanic" vom 14. April 1912

Norfolk - Der Chef der US-Bergungsfirma RMS Titanic, Arnie Geller, sagte am Freitag, bei den jüngsten Tauchgängen zu dem Wrack sei entdeckt worden, dass ein Teil des Bugs nach innen gewölbt sei. Dies sei vor zwei Jahren nicht der Fall gewesen. Es sei unklar, wann dieser Rumpfabschnitt ganz auf die darunter liegenden Decks einstürzen werde. Ein Sprecher der Firma erklärte, wegen der allgemeinen Zersetzung zerfielen auch die dünnen Wände und Decks im inneren des Schiffes. "Das Meer holt sich die "Titanic", wie wir sie kennen", sagte er. Am 21. Juli begann eine neue Expedition zu dem Wrack der "Titanic", die knapp einen Monat dauern soll. Dabei sollen erstmals Gegenstände vom Inneren des Schiffs geborgen werden.

Bei den ersten acht Tauchgängen der vergangenen Woche wurden unter anderem ein gusseisener Tisch, eine noch verkorkte eckige Flasche und ein Koffer mit Büchern und Postkarten aus der Tiefe des Nordatlantiks geholt. In einer Ledertasche mit dem Aufdruck "A. Saalfeld & Co., Manchester" wurden etwa 40 Fläschchen mit parfümierten Ölen gefunden. Als eine der Flaschen in einem Labor geöffnet wurde, füllte es noch nach 88 Jahren den ganzen Raum mit dem Duft frischer Blumen, sagte Geller.

Seit 1987 haben Mitarbeiter der RMS Titanic bei fünf Tauchgängen etwa 5000 Objekte aus der Tiefe von vier Kilometern an die Oberfläche geholt, darunter ein 20 Tonnen schweres Stück des Rumpfes. Das Hauptziel der jüngsten Expedition ist es, in einem Gepäcklager der Ersten Klasse im vorderen Teil des Schiffes nach einer vermuteten Lieferung von Edelsteinen im Wert von 300 Millionen Dollar (etwa 650 Millionen Mark) und Schmuck zu suchen. Bislang sei man nicht fündig geworden, sagte Geller.

Die RMS Titanic besitzt seit Juni 1994 die exklusiven Bergungsrechte für das 1912 gesunkene Schiff. Das Wrack der "Titanic" war 1985 vor der Küste Neufundlands entdeckt worden. Beim Untergang des legendären Luxusschiffes nach dem Zusammenstoß mit einem Eisberg am 14. April 1912 auf seiner Jungefernfahrt waren 1517 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen.

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