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Beschädigte Totenmaske: Bart von Tutanchamun hastig mit Klebstoff angeklebt

Elegante Gestalt: Die Totenmaske von Pharao Tutanchamun Zur Großansicht
REUTERS

Elegante Gestalt: Die Totenmaske von Pharao Tutanchamun

Auch die weltbekannte Totenmaske von Tutanchamun muss von Zeit zu Zeit mal abgestaubt werden. Dabei ist sie Reinigungskräften im Ägyptischen Museum in Kairo offenbar heruntergefallen. Zur Reparatur nahmen sie einen Harzkleber.

Viele Legenden ranken sich um den jung verstorbenen Pharao Tutanchamun. Grabräuber, die seine Ruhe störten, soll er mit einem Fluch belegt haben. Wenn die Legende stimmt, müssen die Reinigungskräfte des Ägyptischen Museums in Kairo jetzt bangen: Sie haben seine berühmte Totenmaske beim Saubermachen fallengelassen - und dabei den Spitzbart abgebrochen.

Der Bart sei hastig mit Klebstoff wieder angeklebt worden, beklagen die Konservatoren des Museums. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AP bestätigten drei Museumsmitarbeiter unabhängig voneinander den Vorfall, machten aber unterschiedliche Angaben darüber, wann und wie der Bart abgebrochen ist. Einig waren sich die drei Restauratoren darüber, dass der verwendete Klebstoff absolut untauglich für den Zweck war.

"Sie wollten die Maske schnell wieder ausstellen und haben leider diesen schnelltrocknenden, irreversiblen Kleber genommen", sagte ein Konservator, der seinen Namen nicht nennen wollte. Der verwendete Kleber basiere auf Epoxidharz - ein extrem starker und schnell aushärtender Klebstoff, der auch bei deutschen Heimwerkern beliebt ist.

Zwischen Bart und Kinn der berühmten Totenmaske sei nun eine gelbliche Klebemasse zu erkennen. Zudem sei der Klebstoff auch auf das Gesicht des Pharaos getropft - ein Kollege habe die Überreste mit einem Spachtel entfernt, dabei habe er aber einige Kratzer hinterlassen.

Der britische Archäologe Howard Carter hatte 1922 das fast unversehrte Grab des vor rund 3300 Jahren gestorbenen ägyptischen Pharaos im Tal der Könige bei Luxor entdeckt. Die Mumie Tutanchamuns ist bis heute an ihrem Fundort zu sehen. Seine Grabbeigaben sind das Herzstück der Sammlung des Museums für ägyptische Altertümer in Kairo.

Im Oktober hatten Forscher eine virtuelle Autopsie der Mumie mit mehr als 2000 Computertomografie-Scans durchgeführt. Diese Ergebnisse sind wenig schmeichelhaft: Der Herrscher hatte demnach stark ausgeprägte Hüften, vorstehende Zähne und einen Klumpfuß.

vet/AP

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