Erfolgreiche Transplantationen Ärzte verpflanzen tote Herzen

Spenderherzen sind weltweit knapp, Hunderttausende warten auf eine lebensrettende Transplantation. Jetzt ist es australischen Ärzten gelungen, tote Herzen zu verpflanzen. Ihre Hoffnung: bis zu 30 Prozent mehr Patienten retten.

REUTERS

In Australien haben Mediziner Herzen wiederbelebt und erfolgreich transplantiert. Mit einer neuen Methode konnte ein Team um den Kardiologen Peter MacDonald vom St. Vincent Hospital in Sydney drei Patienten zu einem neuen Herzen verhelfen.

Gemeinsam mit Experten des Victor Chang Cardiac Research Institute nutzte MacDonalds Team dafür eine besondere Technik: Herzen, die maximal seit 20 Minuten nicht mehr schlugen, kamen nach der Entnahme in eine tragbare Maschine mit einer Speziallösung. Dann wurden sie an einen neutralen Kreislauf angeschlossen, wieder zum Schlagen gebracht und transplantiert. Die Mediziner nennen ihre Vorrichtung auch "Herz in der Box".

Bis auf die ersten Transplantationen in den Sechzigerjahren und bis auf drei Fälle bei Kindern seien bislang stets Herzen verpflanzt worden, die im Körper ihres Spenders nach dessen Hirntod noch schlugen, sagte MacDonald. Die noch lebenden Herzen werden dann auf Eis gelegt und eilig zum wartenden Patienten gebracht. Der Vorteil der neuen Methode: Mit dem "Herz in der Box" können nicht nur bereits stillstehende Herzen verwendet werden, sie können auch über eine längere Strecke und Zeit transportiert werden.

Dreimal führten die Ärzte ihr Verfahren bisher erfolgreich durch, erstmals vor einigen Monaten bei einer 57-jährigen Frau. Zwei der Patienten seien auf dem Weg der Besserung, der dritte liegt noch auf der Intensivstation.

Die drei Transplantationen seien derzeit die einzigen auf der Welt mit wiederbelebten Organen, sagte Kumud Dhital von der University of New South Wales in Sydney. Mit diesem Verfahren könnten in Australien 20 bis 30 Prozent mehr Transplantationen durchgeführt werden, sagte Bob Graham, Leiter des Victor Chang Institute. "Außerdem können wir besser beurteilen, ob ein Herz für die Verpflanzung geeignet ist, weil wir uns in der tragbaren Herzmaschine die Funktionen ansehen können, bevor wir es wieder einpflanzen."

khü/AFP/Reuters



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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
qui 24.10.2014
1.
Wow
usfriend 25.10.2014
2. Coole Lösung!!!
Klasse!!!
gnaeuspompeius 25.10.2014
3.
Zitat von quiWow
Aber das muß ja so nicht sein. Oder wäre es unethisch Spenderorgane in erster Linie mal anderen (lebensbedrohten) Spendern zukommen zu lassen und was übrig bleibt dann den Nichtspendern? Ich fände es eher unethisch einen Spender zugunsten eines Nichtspenders sterben zu lassen um danach dessen Organe fröhlich an weitere Nichtspender zu verteilen. Ich denke mit so einem -oder ähnlichen- "Bonusmodell" würde man ausreichend Unentschlossene zum Spenden bewegen können während für die überzeugten Nichtspender am Ende auch noch genug Organe übrig bleiben. Und das alles ohne jemandem wirklich weh getan zu haben. Normal sollte sowieso jeder der ein Spenderorgan annimmt auch bereit sein selber -wenigstens 1 Organ, und wenn es eine Niere ist - zu spenden.
uhu_13 25.10.2014
4. in Wuerde sterben
Ich denke viel interessanter ist, dass Spender eher in Wuerde sterben koennen. Obwohl ich eine Ausweis haben, hat mir der Gedanke an die Vorgehensweise Unwohlsein bereitet.
hatschon 25.10.2014
5. Ich denke das war
Schon lange überfällig, weil das ist ein Muskel und den kann man bei spezieller Behandlung am Leben erhalten. Hätte ich mir schon viel früher gewünscht!
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