Trüffelernte Erderwärmung bedroht die Haute Cuisine

Den Schwarzen Trüffeln machen Trockenheit und Hitze zu schaffen. In den kommenden Jahrzehnten könnten die teuren Pilze deshalb ganz verschwinden.

Kostbar: Schwarzer Trüffel
Getty Images/iStockphoto

Kostbar: Schwarzer Trüffel


Der Klimawandel könnte in den kommenden Jahrzehnten die Speisekarten mediterraner Restaurants deutlich verändern. Zumindest, wenn die Spitzenköche auf Trüffel setzen. Dies legt eine neue Studie nahe, die jetzt in "Science of the Total Environment" veröffentlicht wurde. Demnach könnte die Winterernte der Périgord-Trüffel, auch Schwarze Trüffel genannt, in südeuropäischen Ländern ab dem Jahr 2071 aufgrund des Klimawandels um mindestens 78 Prozent einbrechen, in Extremfällen sogar um 100 Prozent.

Perigord-Trüffel haben insbesondere in den französischen, aber auch in italienischen und spanischen Küchen eine lange Tradition. Seit etwa 200 Jahren werden die schwarzbraunen Knollen vor allem im Périgord und in der Dordogne kultiviert. Schon heute zählt der Schwarze Trüffel zu den teuersten Speisepilzen der Welt und wird zu Kilopreisen von mehr als 1000 Euro gehandelt.

Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren nicht nur fortsetzen, sondern sogar noch erheblich steigern, schreibt Paul Thomas, Leitautor der Studie von der University of Stirling im Norden Großbritanniens.

Für ihre Untersuchung haben die Forscher Wetter- und Klimadaten der Periode zwischen 1970 und 2006 aus den Anbaugebieten ausgewertet und mit den Schwankungen der Ernteerträge aus den gleichen Jahren abgeglichen. So konnten sie die Niederschlagsmenge und die Temperatur im Sommer als entscheidende Faktoren für die Trüffelausbeute in allen drei Ländern identifizieren.

Die historischen Daten glichen die Autoren im Anschluss mit den aktuellen Klimamodellen ab. So leiteten sie aus den zu erwartenden Klimaveränderungen in diesen Regionen die wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Trüffelernte in den kommenden Jahrzehnten ab. Ergebnis: Die heißeren und trockeneren Sommer in den Regionen würden sich in Zukunft verheerend auf die Pilze auswirken, so die Wissenschaftler.

Ihre Studie sei "ein Weckruf", der zeige, dass "Auswirkungen des Klimawandels nicht mehr in allzu ferner Zukunft liegen".

stu



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