Türkei: Großes römisches Mosaik verblüfft Archäologen
Im Süden der Türkei haben Wissenschaftler ein 150 Quadratmeter großes römisches Mosaik freigelegt. Der spektakuläre Fund fernab von Rom fasziniert die Forscher - sie wissen nur wenig über die römische Vergangenheit der Region.
Hamburg - Der erste Hinweis auf das Mosaik nahe der türkischen Mittelmeerküste stammte aus dem Jahr 2001. Damals hatte ein Bauer beim Umpflügen eines Feldes einige Mosaiksteinchen gefunden. Das Archäologische Museum im 65 Kilometer entfernten Alanya wurde auf den Fund aufmerksam - und zwei Jahre später war klar, dass es sich um ein römisches Mosaik handeln musste.
Nun haben Wissenschaftler der University of Nebraska-Lincoln die mit kleinen Steinchen verzierte Fläche freigelegt - sie ist 150 Quadratmeter groß. Es dürfte sich um das größte derartige Mosaik in der Region handeln, sagte Ausgrabungsleiter Michael Hoff. Der Fund verdeutliche den erstaunlich weit reichenden römischen Einfluss im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus.
"Wir waren überrascht, ein Mosaik solcher Größe und solchen Kalibers in dieser Region zu finden", sagte der Forscher. Die Gegend habe nicht im Fokus von Historikern und Archäologen gestanden. Nach dem Fund des Mosaiks denke man jedoch anders über die Region.
Seit 2005 bereits gräbt das Team von Hoff die alte Stadt Antiochia ad Cragum an der türkischen Mittelmeerküste aus. "Historisch und archäologisch gesehen wissen wir nicht viel über diese Gegend." Die Region war offenbar viel stärker in das Römische Reich eingebunden, als man gedacht habe.
Antiochia ad Cragum war offensichtlich aufgebaut wie eine typische römische Provinzstadt. Es gab Tempel, Bäder, Märkte und Kolonnadenstraßen. Die damalige Wirtschaft basierte auf Holzhandel und Wein. Gegründet wurde die Stadt vermutlich im ersten Jahrhundert nach Christus. Sie liegt mehrere hundert Meter oberhalb des Meeres.
Das nun freigelegte Mosaik war Teil eines Bades. Es besteht aus mehreren großen Quadraten, die mit unterschiedlichen geometrischen Mustern und Ornamenten ausgefüllt sind. "Das ist ein prachtvolles Mosaik", sagte Hoff. Nach seinen Schätzungen sind wohl erst 40 Prozent der Gesamtfläche freigelegt.
hda
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