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Ägyptens Tal der Könige: Radarmessung deutet auf Grab der Nofretete hin

Rätselhafte Grabkammer: Auf Nofretetes Spuren Fotos
Factum Arte/ Ministry of State for Antiquities and Heritage, Egypt/ Nicholas Revees

Der Fund wäre eine Sensation: Wissenschaftler hegen den Verdacht, dass hinter einer Wand im Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamun die Königin Nofretete bestattet ist. Jetzt stärken Radaranalysen die Vermutung.

Liegt hinter der Grabkammer Tutanchamuns die Gruft der legendären Königin Nofretete? Ägypten hat neue Erkenntnisse von Radaranalysen im Grabmal des Pharaos bekannt gegeben. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gibt es dort demnach zwei bislang unbekannte Kammern.

Es gebe eine "90-prozentige Chance", dass die beiden Kammern existierten, sagte der ägyptische Altertumsminister Mamdouh el-Damati am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Kairo. Das Ergebnis beruhe auf Radaranalysen des japanischen Experten Hirokatsu Watanabe.

Es gebe Hohlräume hinter Mauern der Grabanlage, die nicht gänzlich leer seien, sagte el-Damati. Die mutmaßlichen Kammern in der Grabanlage in Luxor enthielten anscheinend organisches und metallisches Material, führte der Minister aus.

Tutanchamuns Grab (weiß) sowie die vermuteten zusätzlichen Kammern (gelb) - ein Nebenraum hinter der Westwand (x) sowie Nofretetes Grabkammer hinter der Nordwand (y) Zur Großansicht
TMP/ Nicholas Reeves

Tutanchamuns Grab (weiß) sowie die vermuteten zusätzlichen Kammern (gelb) - ein Nebenraum hinter der Westwand (x) sowie Nofretetes Grabkammer hinter der Nordwand (y)

Für Ende des Monats kündigte er weitere Untersuchungen in der Grabanlage an. Watanabe hatte im November zwei Tage lang mit hochleistungsfähigen Radargeräten und Infrarot-Wärmekameras die Nordwand des Grabs untersucht.

Minister el-Damati hatte die "Entdeckung des 21. Jahrhunderts" in Aussicht gestellt. Tatsächlich nähren die neuen Analysen Vermutungen, dass Nofretete, die Gemahlin von Tutanchamuns Vater, Pharao Echnaton, in einer Grabkammer in Tutanchamuns Grabanlage beigesetzt wurde.

Die Gebeine der für ihre Schönheit gerühmten Königin wurden nie gefunden. Ihre weltberühmte Büste ist im Ägyptischen Museum in Berlin ausgestellt.

Tutanchamun war nach neunjähriger Herrschaft im Jahr 1324 vor Christus im Alter von 19 Jahren gestorben. Sein Grabmal befindet sich im Tal der Könige in der Nähe von Luxor im Süden Ägyptens.

Bereits seit Monaten gibt es Hinweise auf die Sensation weiterer Grüfte: Forscher haben an der Nordwand der Grabkammer einen Temperaturunterschied messen können. Nach ersten Vermutungen, dass sich hinter dem Grab des berühmten Kindkönigs noch eine weitere Kammer für seine Stiefmutter Nofretete befinden könnte, hatte ein internationales Team die Wände mit einer Wärmebildkamera analysiert.

Den ersten Verdacht auf eine weitere Kammer hatte im Sommer vergangenen Jahres der Brite Nicholas Reeves, Ägyptologe an der University of Arizona und Direktor des Amarna Royal Tombs Projects, geäußert. Er hatte bei der genauen Betrachtung hochauflösender Fotos der Kammer feinste Linien an der Nordwand und an der Westwand entdeckt.

Dies sind genau jene Stellen, an denen sich laut der üblichen Baupläne für Gräber im Tal der Könige tatsächlich weitere Kammern befinden müssten. Allerdings: gemäß der Baupläne für die Gräber von Frauen.

Wurde die Gruft also tatsächlich nicht für Tutanchamun angelegt, sondern für seine Stiefmutter? Die nächsten Monate sollen Klarheit bringen.

Das Grab der Nofretete?

boj/AFP

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insgesamt 65 Beiträge
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1. Kleines Loch
hasipapa 17.03.2016
Kann man nicht ein kleines Loch an einer nicht relevante Stelle bohren und eine Minikamera reinschieben ? Und gleich sind alle Spekulationen weg. Und wenn einer meckert wegen Einmaligkeit der Grabanlage: Denkt an das Versetzten ganzer Denkmähler wegen eines Staudammes. Es ist immer eine Abwäägung. ODER ?
2. Dafür ist dann
fiftysomething 17.03.2016
auch der Nobelpreis fällig. Kategorie? Egal....Das wäre auf jeden Fall sensationell.
3.
mwroer 17.03.2016
Ist es. Allerdings ist ein Staudamm im Normalfall wirklich wichtig während das Wissen um den Inhalt von 2 Kammern - zumindest für mich - eher im Bereich 'historisch und persönlich interessant' angesiedelt liegt. Es wird ziemlich sicher so gemacht wie Sie sagen - aber da hat keiner Eile mit. Warum auch? Die Gefahr von Plünderung und Grabschändung besteht nicht mehr. Daher kann man sich Zeit lassen.
4. die Messungen deuten auf Räume.
1lauto 17.03.2016
Ein Grab ist wahrscheinlich weil vermutlich dort kein Lebender gewohnt hat. Trotzdem eine spannende Sache im ansonsten faden Tal der Könige. Die spannendsten Geschichten erzählen die Führer... wenn Angela oder Barak da sind... dann werden die neuen Entdeckungen gezeigt...
5. Loch und fertig
twister13 17.03.2016
Wenn es so einfach wäre. Allein die Luft die im dem vermuteten Grab ist dürfte ein Schatz an Informationen sein. Um sie zu untersuchen muss die gesamte Bohrung so ausgeführt werden dass keine "frische" Luft in das Grabmal gelangen kann. Das allein ist schon eine höchst komplizierte Aktion. Und wenn es sich bestätigen sollte dass es eine Grabkammer gibt fangen die Probleme erst an. Die Kammer hat 6 Seiten. Zu welcher Seite soll man rein. Direkt sicherlich nicht denn das würde bedeuten einmalige Wandfresken die jetzt vorhanden sind zu zerstören. Damit sind schon mal nur noch 5 Seiten übrig. Das wird noch hochspannend.
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