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Tutanchamun: Pharao mit Klumpfuß und schiefen Zähnen

Die goldene Totenmaske Tutanchamuns lässt den Pharao als elegante Gestalt erscheinen. Eine Analyse zeigt nun: Der ägyptische Herrscher hatte starke körperliche Beeinträchtigungen. Vermutlich, weil seine Eltern Geschwister waren.

Klumpfuß, schiefe Zähne: König Tutanchamun war wenig königlich Fotos
STV Productions

Majestätisch und schön: Die Vorstellung von Pharao Tutanchamun, der von 1332 bis 1323 v. Chr. Ägypten regierte, wurde bislang von seiner goldenen Totenmaske bestimmt. Eine neuerliche Untersuchung lässt ihn nun weniger elegant erscheinen: Der Herrscher hatte demnach stark ausgeprägte Hüften, vorstehende Zähne und einen Klumpfuß.

Die Forscher haben für die britische BBC eine virtuelle Autopsie der Mumie mit mehr als 2000 Computertomographie-Scans durchgeführt. Die Ergebnisse wurden mit einer genetischen Analyse aus Proben von Tutanchamuns Familie ergänzt.

Diese Ergebnisse sind wenig schmeichelhaft: Tutanchamuns Eltern waren demnach Geschwister. Die Wissenschaftler denken, dass in Folge dieses Inzests bei den Kindern - Tutanchamun hatte sechs Geschwister - verschiedene körperliche Beeinträchtigungen und Hormonstörungen ausgelöst wurden. Diese könnten auch die Ursache für seinen Tod gewesen sein.

Todesursache wieder offen

Tutanchamun sei nicht, wie bislang vermutet, bei einem Wagenrennen gestorben, sagen die Wissenschaftler. Mit seinem Körperbau und dem Klumpfuß wäre eine Teilnahme an solchen Veranstaltungen gar nicht möglich gewesen.

Über die Todesursache des jungen Regenten wird bis heute viel spekuliert: Wissenschaftler fanden Indizien dafür, dass Tutanchamun an den Folgen eines Oberschenkelbruchs etwa nach einem Reitunfall, an einer Blutvergiftung oder einer Fettembolie starb. Andere vermuteten einen Mord mit Gift oder anderen Mitteln. Dass Tutanchamun wahrscheinlich nicht erschlagen wurde, stellten Forscher 2005 nach einer detaillierten Computertomografie seiner Mumie fest.

Seit der britische Archäologe Howard Carter 1922 das fast unversehrte Grab Tutanchamuns im Tal der Könige bei Luxor entdeckt hatte, versuchen Wissenschaftler mehr über das Leben des vor rund 3300 Jahren gestorbenen ägyptischen Pharaos herauszufinden. Die Mumie des Königs ist bis heute an ihrem Fundort zu sehen. Die dazugehörige weltberühmte goldene Totenmaske wird im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt.

nik

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