Übergewicht Dicke Hunde verhalten sich sehr menschlich

Haustiere sind häufig übergewichtig - wie auch viele Menschen. Die Ursachen dafür gleichen sich, glauben Forscher.

Übergewichtiger Hund (Symbolbild)
Getty Images/iStockphoto

Übergewichtiger Hund (Symbolbild)


Sir Henry ist zu fett. Der Mops bringt mehr als neun Kilogramm auf die Waage und ist deshalb in einer Münchner Tierklinik in Behandlung, die sich auf übergewichtige Haustiere spezialisiert hat. Verhaltensforscher der ungarischen Eötvös-Loránd-Universität haben nun untersucht, welche Eigenschaften dicke Hunde kennzeichnen.

Ihre Forschungsergebnisse zeigen: Übergewichtige Hunde verhalten sich ähnlich wie mancher Mensch mit zu vielen Kilos auf den Rippen. Demnach neigen die Tiere zu Übergewicht, die energiereiches Futter bevorzugen und unnötige Anstrengungen meiden, schreibend die Forscher im Fachblatt "Royal Society Open Science".

So viel fressen wie möglich

Die Zoologen führten zwei Tests mit 91 Hunden verschiedener Rassen durch. In der ersten Versuchsreihe konnten sich die Hunde zwischen zwei Futternäpfen entscheiden: Der eine enthielt Futter minderwertiger Qualität, der andere besseres, aber auch energiereiches Futter. Zudem zeigte ein Versuchsleiter auf den Napf mit dem minderwertigen Essen. Übergewichtige Hunde bevorzugten meist das gute Futter und ignorierten den Hinweis des Menschen häufiger als schlanke Tiere.

Im zweiten Experiment platzierten die Wissenschaftler eine Schüssel in der Mitte eines Raumen und zwar so, dass die Vierbeiner nicht sehen konnten, ob sie einen Leckerbissen enthielt oder nicht. Während die schlanken Tiere schnell auf den Napf zuliefen und schauten, was darin ist, zögerten ihre dicken Artgenossen deutlich länger.

Die Wissenschaftler schlussfolgern aus den Experimenten, dass übergewichtige Hunde unabhängig von der Hunderasse versuchen, so viel energiereiches Futter zu fressen wie möglich, aber zögern, wenn die Futterbelohnung unsicher ist. Menschen hätten in mehren Studien ähnliches Verhalten gezeigt.

Nun hoffen die Wissenschaftler, dass die Erforschung übergewichtiger Hunde künftig auch Rückschlüsse auf den Menschen zulassen. Bisher werden vor allem Ratten als Versuchstiere eingesetzt. Hunde sind laut den Verhaltensforschern aber besser geeignet, weil sie in engerer Gemeinschaft mit dem Menschen lebten und dadurch ähnlichen Umweltfaktoren ausgesetzt seien.

Laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben mehr als die Hälfte der Hunde und Katzen in Deutschland zu viel Speck auf den Rippen. Mit fatalen Folgen: Die überflüssigen Pfunde können ihre Lebenserwartung um bis zu zwei Jahre drücken. Außerdem steigt wie beim Menschen das Risiko für Diabetes, Arthritis und Herzerkrankungen. Auch deshalb soll Mops Sir Henry nun abnehmen.

koe/dpa



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