Umweltgifte: Uno setzt neun Chemikalien auf schwarze Liste

Pestizide und Flammschutzmittel: Die Vereinten Nationen stufen neun Chemikalien als gefährliche Umweltgifte ein und wollen deren Produktion verbieten. 160 Staaten sind Partner des Abkommen.

Genf - Auf einer internationalen Konferenz in Genf beschlossen die Mitglieder des Stockholmer Übereinkommens über persistente organische Schadstoffe (SCPOP), neun weitere Substanzen in ihre Liste aufzunehmen. Sie werden unter anderem in Pestiziden und Flammschutzmitteln verwendet. Die enormen Auswirkungen dieser Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt seien bestätigt, sagte der Leiter des Uno-Umweltprogramms, Achim Steiner.

"Dies ist ein klares Signal dafür, dass Regierungen rund um den Globus die Risiken durch solche giftigen Substanzen ernst nehmen, sagte Steiner. Zu den neun Chemikalien, die besonders für Kinder gefährlich sind, gehören das Insektenvernichtungsmittel Lindan sowie die ihm verwandten Chemikalien Alpha- und Beta-hexachlorcyclohexan (HCH). Letztere werden derzeit zwar nicht mehr direkt produziert, sind aber ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Lindan, das aber auch nur noch in sehr wenigen Ländern produziert wird.

Zudem sollen verschiedene Flammschutzmittel verboten werden und zwar Hexabrombiphenyl sowie zwei Gruppen von Bromdiphenylethern. Auch das Insektizid Chlordecon steht auf der neuen Verbotsliste. Der Ausgangstoff für das Pflanzenschutzmittel Pentachlorbenzol (PeCB) wurde ebenfalls verboten. Mit Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und ihren Abkömmlingen wurden bislang Textilien und Papier fett- und wasserfest gemacht, auch sie stehen nun auf der Liste.

An dem 2004 in Kraft getretenen Stockholmer Abkommen haben sich rund 160 Länder beteiligt. Es betrifft Substanzen, die sich sehr lange Zeit in der Atmosphäre, im Boden oder im Wasser anreichern. Die Vereinbarung zum Verbot der Stoffe soll eine Begrenzung der Verschmutzung durch diese persistenten organischen Schadstoffe (POP) sicherstellen. Bislang standen zwölf Chemikalien auf der Liste, darunter Chlordan und das Pestizid DDT.

lis/AP/dpa

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