Datenlese

Umzüge in Deutschland Nichts geht über Leipzig und Münster

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Ländliche Regionen haben mit dem demografischen Wandel besonders zu kämpfen. Viele von ihnen schrumpfen stark, verlieren Einwohner an die Städte. Unsere interaktiven Karten zeigen, wohin es die Deutschen zieht.

Die Zukunft einer Region hängt von vier Faktoren ab - der Zahl der Geburten, den Sterbefällen, den Zuzügen und den Fortzügen. Die Summe dieser Werte entscheidet darüber, ob die Bevölkerung wächst. Für die meisten Gemeinden Deutschlands ist der Saldo seit Jahren negativ. Sie schrumpfen.

Von der Landflucht ist vor allem der ohnehin dünn besiedelte ländliche Raum betroffen, am stärksten in Ostdeutschland. Längst verlieren aber auch Gebiete in Nordhessen, der Südwestpfalz und in Oberfranken immer mehr Einwohner. Die Bevölkerung konzentriert sich zunehmend, das zeigte jüngst eine Auswertung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Das Problem: Wo weniger Menschen leben, verschlechtert sich in der Regel auch die Versorgung - mit Waren und Dienstleistungen, aber auch Bildung und Kultur.

Beim Vergleich von Kreisen und kreisfreien Städten zeigen sich deutliche Unterschiede in der demografischen Entwicklung. Spannend ist dabei ein Blick auf die bewussten Entscheidungen für oder gegen eine Region - also auf die Umzüge über die Kreisgrenzen. Unsere Deutschlandkarten zeigen den Saldo aus Zuzügen und Fortzügen von 2011 bis 2013, gemessen an der Zahl der Einwohner. So lässt sich vergleichen, wie stark die Wanderungsbewegungen sich auf die Regionen auswirken.



An der Spitze liegen demnach die Universitätsstädte Leipzig und Münster. Sie gewinnen mit einem Wanderungssaldo von 5,9 pro 100 Einwohner deutlich dazu. Die größten Verluste hingegen verzeichnen Suhl in Thüringen sowie der brandenburgische Landkreis Elbe-Elster und Stendal in Sachsen-Anhalt.

Am deutlichsten zeigt sich die Landflucht bei der umzugsfreudigen Altersgruppe der unter 30-Jährigen - und dort besonders stark bei den Frauen. Gegen diesen Trend entscheiden sich lediglich die Senioren: Sie verlassen die Metropolen, kehren vor allem München, Stuttgart und Düsseldorf den Rücken. Und landen häufig dort, wo es nicht mehr ganz so hektisch zugeht - in kleineren Städten wie Schwabach in Bayern oder Weimar in Thüringen.

Der SPIEGEL widmet sich dem demografischen Wandel in einer vierteiligen Serie. Im dritten Teil zeigen sechs Beispiele, was Bürger auf dem Land tun können, um ihre Regionen vor dem Veröden zu bewahren - und ihre Dörfer zu retten.

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55 Leserkommentare
Robert Mitchum 29.03.2015
ubiorum 29.03.2015
peterle3 29.03.2015
smartinus 29.03.2015
ilidza 29.03.2015
kopp 29.03.2015
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io_gbg 29.03.2015
n.erd 29.03.2015
n.erd 29.03.2015
io_gbg 29.03.2015
tommit 29.03.2015
dochnichtentmündigt 29.03.2015
jubert123 29.03.2015
hannasagmalzopf 29.03.2015
mmy 29.03.2015
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bratwurst007 29.03.2015
bratwurst007 29.03.2015
Matthias1988 29.03.2015
bratwurst007 29.03.2015
mielforte 29.03.2015
neutrino78 29.03.2015
kopp 29.03.2015
distel61 29.03.2015
distel61 29.03.2015
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